Meinung: Missmanagement bei Qiagen, die Geschäfte von Milliardär Messi, Pausders Palantir – das war Freitag, 17.07.2026
Die Gründe für den Absturz von Qiagen, Philipp Pausders "deutsches Palantir" und Messis stolzes Vermögen – über die wichtigsten Wirtschaftsthemen informieren wir Sie in unserem Newsletter „Der Tag“.
17.07.2026, 18.45 Uhr
Qiagen war einmal Deutschlands große Biotech-Hoffnung. Davon ist nicht mehr viel übrig. Einen Anteil am Absturz des Unternehmens hat offenbar CEO Thierry Bernard (61), schreibt mein Kollege Dietmar Palan. Seit fast sieben Jahren leitet er das Unternehmen aus Hilden, und obwohl Qiagen Anfang November 2025 Bernards Abgang verkündete, bleibt er weiter am Ruder. Kommissarisch und auf Abruf.
Das führt zu einer Hängepartie, die inzwischen für Kollateralschäden sorgt. Der Vorstand ist gelähmt, der Aufsichtsrat gespalten, wichtige Führungskräfte sind frustriert. Strategische Weichenstellungen sind ausgesetzt, gleichzeitig ist der Absatz wichtiger Produktlinien bedroht, und der Börsenwert sackte zwischenzeitlich um über 30 Prozent ab. Qiagen steht im Fokus aggressiver Hedgefonds und hat sich in die Position eines Übernahmeziels manövriert. Die Tiefenrecherche meines Kollegen lesen Sie hier: Missmanagement und eine Liaison des CEO – was hinter dem Absturz von Qiagen steckt .
Kurz vor dem Knall: Lauernde Hedgefonds, fallende Kurse und eine kopflose Chefetage
Illustration: Peter Stemmler / QuickHoney / manager magazin
Die Wirtschaftsnews des Tages:
Kein Tag ohne Neuigkeiten aus der Volkswagen-Welt. Das Land Niedersachsen will zur Rettung des VW-Werks in Osnabrück einspringen und damit Einstiegspläne des israelischen Rüstungskonzerns Rafael bei dem bisherigen Autowerk sichern. Und CEO Oliver Blume (58) stellt sich persönlich der Belegschaft in zusätzlichen Betriebsversammlungen in Wolfsburg, Zwickau und Emden. Nach der Sommerpause.
US-Präsident Donald Trump (80) hat eine neue Einnahmequelle aufgetan. Wer dafür zahlt, bekommt Trumps Beiträge auf der Onlineplattform Truth Social früher zu sehen. Trumps Angebot richte sich vor allem an Börsenhändler und Anbieter von Finanznachrichten. Kein Scherz, leider.
Der Umsteiger des Tages:
Philipp Pausder (50) fängt noch mal neu an. 2021 hatte er die Mehrheit am Heizungs-Start-up Thermondo verkauft, 2024 hörte er als CEO auf. Jetzt geht er wieder unter die Gründer, und das mit großen Ambitionen. Pausder und sein Mitgründer Tim Winter (30), der früher Start-up-Investor war, wollen nach Informationen des manager magazins ein Analysetool für Infrastrukturdaten entwickeln. Und haben sich dabei ein sehr prominentes und zugleich umstrittenes Vorbild gesucht: „Promigründer startet ‚deutsches Palantir‘“ .
Power-Couple: Gründer Philipp Pausder und Startup-Verband-Chefin Verena Pausder sind bestens vernetzt in Digitalszene und Politik
Foto:
J. Harrell / BrauerPhotos
Was Sie finanziell voranbringt:
Uber, einst als chronisch defizitäre Taxi-App gestartet, wächst rasant und schreibt längst schwarze Zahlen. Jetzt greift das Unternehmen nach dem deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero. Unser Kolumnist Hendrik Leber beschreibt, warum Uber an der Börse bald abräumen könnte .
Was Sie über KI wissen sollten:
Wer als Unternehmen online gefunden werden will, muss nicht mehr nur bei Google weit oben auftauchen, sondern vor allem auch in den Antworten von KI-Modellen. Ausgerechnet Ikea hat diese Neuausrichtung perfektioniert. Beim Harvard Business manager gibt es die Anleitung: „Wie Ikea KI-Chatbots umschmeichelt“.
Abonnentinnen und Abonnenten aufgepasst: Am 29.7. dreht sich unser digitaler Community-Talk „HBm live“ um die menschliche Seite von KI-Transformationen. Der KI-Forscher José Parra Moyano wird Ihre Fragen beantworten, wie Chefinnen und Chefs ihre Teams an KI heranführen. Abonnentinnen und Abonnenten können sich hier anmelden.
Das Beste aus dem „Economist“:
Kann Red Bull der deutschen Mannschaft „Flüüügel“ verleihen? Das fragen unsere britischen Kollegen und spielen damit auf einen Wechsel von Jürgen Klopp an. Als designierter Bundestrainer wird er künftig weniger Zeit für Red Bull haben. Nicht die einzige Herausforderung für das österreichische Imperium: Warum Red Bull womöglich bald die Flügel gestutzt werden .
Meine Empfehlung für den Abend:
Erfolgreich, steinreich und umtriebig: Lionel Messi trifft nicht nur auf dem Fußballplatz ins Schwarze
Foto: Rebecca Blackwell / AP
Ohne mich zu weit aus dem Fenster zu lehnen: Von diesem Herrn werden wir am Sonntag im WM-Finale wohl wieder Höchstleistungen sehen. Dass Lionel Messi (39) nicht nur am Ball geschickt ist, sondern auch bei seinen Investments, hat mein Kollege Christoph Rottwilm aufgeschrieben. Im Laufe der Jahre hat er ein regelrechtes Firmenimperium aufgebaut: „Hotels, Mode, KI – so investiert Milliardär Messi sein Geld“ .
Ich wünsche Ihnen einen schönen Abend
Ihre Julia Wehmeier
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