Mexikos mächtigste Drogenbosse in US-Haft

Mexikanische Drogenkartelle verdienen Milliarden mit dem Schmuggel von Kokain, Methamphetamin und zuletzt vor allem Fentanyl in die USA. Deshalb verfolgen die US-Behörden ihre führenden Köpfe seit Jahrzehnten. Viele wurden nach ihrer Festnahme in Mexiko ausgeliefert und vor US-Gerichten angeklagt oder verurteilt.

Nun hat sich Ismael "El Mayo" Zambada García vor einem Bundesgericht in New York des Drogenhandels schuldig bekannt. Der Mitbegründer des Sinaloa-Kartells akzeptiert damit die Höchststrafe, eine lebenslange Freiheitsstrafe. Das Urteil soll am 20. Juli 2026 verkündet werden.

Zambada bat darum, nicht in einem Hochsicherheitsgefängnis untergebracht zu werden. Die US-Staatsanwaltschaft verweist jedoch auf das erhebliche Sicherheitsrisiko, das von ihm ausgehe. Außerdem fordert sie die Einziehung von Vermögenswerten in Höhe von 15 Milliarden US-Dollar. In ihrer Anklageschrift bezeichnet sie Zambada als einen der produktivsten und mächtigsten Drogenhändler der vergangenen Jahrzehnte.

Nach Angaben der US-Gefängnisbehörde Federal Bureau of Prisons sitzen derzeit 12.430 mexikanische Staatsbürger in Bundesgefängnissen. Das entspricht 8,1 Prozent aller Häftlinge im föderalen Strafvollzug. Hinzu kommen zahlreiche weitere Gefangene in Gefängnissen der Bundesstaaten und Kommunen. Doch welche prominenten Mexikaner befinden sich außer "El Mayo" in US-Haft?

Angehörige der mexikanischen Armee halten den Gefangenen, Joaquin Guzmán, fest.
Joaquín "El Chapo" Guzmán während eines Gefangenentransports im Januar 2016.Bild: Jose Mendez/dpa/picture alliance

Joaquín Guzmán, alias "El Chapo"

Der frühere Anführer des Sinaloa-Kartells verbüßt seit 2019 eine lebenslange Haftstrafe im Hochsicherheitsgefängnis ADX Florence im Bundesstaat Colorado. Er wurde wegen Drogenhandels, Geldwäsche und organisierter Kriminalität verurteilt. Das Gericht ordnete zudem die Einziehung von 12,6 Milliarden US-Dollar an – die geschätzten Gewinne des Kartells unter seiner gemeinsamen Führung mit "El Mayo".

Polizeiliche Foto-Aufnahme von Ovidio Guzmán, Sohn von "El Chapo"
Ovidio Guzmán, Sohn von "El Chapo", der 2019 kurzzeitig festgenommen wurdeBild: FBI/Zumapress/picture alliance

Ovidio Guzmán López, alias "El Ratón"

Der Sohn von "El Chapo" gehört gemeinsam mit seinen Brüdern zu den Anführern der "Chapitos", der derzeit einflussreichsten Fraktion des Sinaloa-Kartells. Die US-Justiz wirft der Gruppe vor, maßgeblich am Fentanylhandel beteiligt gewesen zu sein. Ovidio Guzmán wurde 2023 an die USA ausgeliefert und bekannte sich 2025 in Chicago schuldig. Inzwischen wurde er an einen geheim gehaltenen Ort verlegt, offenbar wegen seiner Zusammenarbeit mit den Behörden.

FBI Fahndungsaufruf: Rafael Caro Quintero
FBI Fahndungsaufruf: Rafael Caro QuinteroBild: FBI/AP/picture alliance

Rafael Caro Quintero

Der Mitbegründer des Guadalajara-Kartells wurde 2025 an die USA ausgeliefert. Dort muss er sich unter anderem wegen der Entführung und Ermordung des DEA-Agenten Enrique "Kiki" Camarena im Jahr 1985 verantworten. Für dieses Verbrechen könnte ihm sogar die Todesstrafe drohen. Caro Quintero sitzt in New York in Untersuchungshaft und hat auf nicht schuldig plädiert.

Vicente Carrillo Fuentes wird im Oktober 2014 von einem Beamten der Bundespolizei in Handschellen abgeführt.
Vicente Carrillo Fuentes wird im Oktober 2014 von einem Beamten der Bundespolizei in Handschellen abgeführtBild: Mario Guzman/EPA/picture alliance

Vicente Carrillo Fuentes, alias "El Viceroy"

Nach dem Tod seines Bruders Amado übernahm Vicente Carrillo Fuentes die Führung des Juárez-Kartells, das sich jahrelang blutige Kämpfe mit dem Sinaloa-Kartell lieferte. Er wurde 2014 in Mexiko festgenommen und später an die USA ausgeliefert. Das FBI hatte zuvor fünf Millionen Dollar Belohnung für Hinweise zu seiner Ergreifung ausgesetzt.

Genaro Garcia Luna, damaliger Minister für öffentliche Sicherheit in Mexiko, während einer Pressekonferenz im Oktober 2010.
Genaro Garcia Luna, damaliger Minister für öffentliche Sicherheit in Mexiko, während einer Pressekonferenz im Oktober 2010.Bild: Marco Ugarte/AP/dpa

Genaro García Luna

Der ehemalige mexikanische Minister für öffentliche Sicherheit ist der ranghöchste frühere Regierungsvertreter Mexikos, der in den USA verurteilt wurde. 2023 sprach ihn ein Gericht in New York wegen Kokainhandels, organisierter Kriminalität und der Annahme von Millionen-Schmiergeldern des Sinaloa-Kartells schuldig. Seit 2024 verbüßt er eine Haftstrafe von mehr als 38 Jahren.

Miguel Angel Trevino Morales
Miguel Angel Trevino Morales, alias "Z-40", wurde bei seiner Ankunft in der Sonderstaatsanwaltschaft für organisierte Kriminalität (SEIDO) in Mexiko-Stadt am 16. Juli 2013 von Soldaten eskortiertBild: HO/AFP

Miguel Ángel Treviño Morales, alias "Z-40"

Treviño Morales führte zeitweise Los Zetas, eine der brutalsten kriminellen Organisationen Mexikos, die ursprünglich als bewaffneter Arm des Golf-Kartells entstand. Nach seiner Festnahme 2013 blieb er bis zu seiner Auslieferung 2025 in mexikanischer Haft. Inzwischen sitzt er in den USA ein.

Omar Treviño Morales, abgeführt von Angehörigen der mexikanischen Armee
Omar Treviño Morales, abgeführt von Angehörigen der mexikanischen ArmeeBild: Manuel Velasquez/AA/picture alliance

Omar Treviño Morales, alias "Z-42"

Nach seinem Bruder übernahm Omar Treviño Morales die Führung von Los Zetas. Er wurde 2015 in Mexiko festgenommen und zehn Jahre später an die USA ausgeliefert. Heute sitzt er in einem Bundesgefängnis in Pennsylvania. Nach Angaben der Gefängnisverwaltung wurde er dorthin verlegt, nachdem er einen Justizvollzugsbeamten bedroht haben soll.

Néstor Isidro Pérez Salas, alias "El Nini"

Als Sicherheitschef der "Chapitos" galt Pérez Salas als einer der wichtigsten operativen Köpfe des Sinaloa-Kartells. Die USA werfen ihm vor, eine Schlüsselrolle beim Fentanylhandel gespielt zu haben. Nach seiner Festnahme 2023 wurde er 2024 ausgeliefert und wegen Drogenhandels angeklagt. Sein Haftort wurde nicht bekannt gegeben.

Fahndungshinweis: Néstor Isidro Pérez Salas
Fahndungshinweis des US-Außenministeriums mit einer Belohnung von drei Millionen Dollar für die Festnahme von "El Nini"Bild: state.gov

Antonio Oseguera Cervantes, alias "Tony Montana"

Antonio Oseguera Cervantes ist der Bruder von Nemesio Oseguera Cervantes ("El Mencho"), dem bis zu seinem Tod im Februar 2026 führenden Kopf des Jalisco-New-Generation-Kartells (CJNG). Auch nach der Tötung "El Menchos" zählt das CJNG trotz interner Machtkämpfe weiterhin zu den mächtigsten kriminellen Organisationen Mexikos. Antonio Oseguera wurde 2025 an die USA ausgeliefert, nachdem er bereits mehrfach in Mexiko und den USA wegen Drogendelikten festgenommen worden war.

Weitere prominente Fälle

Zu den bekannten Mexikanern, die zeitweise in den USA inhaftiert waren, gehören auch der frühere Verteidigungsminister Salvador Cienfuegos, der 2020 festgenommen, aber noch im selben Jahr nach Mexiko zurückgeschickt wurde, sowie der ehemalige Gouverneur des Bundesstaates Tamaulipas, Tomás Yarrington. Er wurde nach seiner Auslieferung aus Italien in den USA wegen Geldwäsche verurteilt und kam im Juli 2024 wieder frei.