Mehrere Obdachlosenlager in München entdeckt – Polizei sieht Handlungsbedarf: „Maßnahmen veranlasst“

Stand: 12.07.2026, 07:30 Uhr

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An drei Orten rund um die Isar in München haben sich illegale Obdachlosenlager gebildet. Die Polizei ist informiert – und hat bereits Maßnahmen veranlasst.

Untergiesing-Harlaching – In der Candidstraße, unter der Brudermühlbrücke und am Osram-Spielplatz. Gleich mehrere Orte rund um die Isar hat ein Bürger dem Bezirksausschuss (BA) Untergiesing-Harlaching gemeldet, an denen er illegale Behausungen, Müll und offene Feuerstellen beobachtet hat. Dabei handle es sich nicht nur um ein Ärgernis. Akute Brandgefahr mache das Thema zu einer politischen Grundsatzfrage, die schnell erklärt werden müsse. Weil wildes Campieren in öffentlichen Grünanlagen verboten sei, fordert der Bürger den BA, die Stadt München und die Polizei zum Eingreifen auf.

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In den Isarauen an der Brudermühlbrücke wird im Sommer wieder häufiger illegal campiert. © Axel Haesler

Obdachlosenlager rund um die Isar gemeldet: Polizei sieht Handlungsbedarf bei münchenweitem Problem

Die zuständige Kontaktbeamtin der Polizeiinspektion Giesing ist informiert und sieht ebenfalls Handlungsbedarf. „Teilweise wurden bereits erforderliche Maßnahmen veranlasst“, erklärt das Polizeipräsidium München auf Anfrage weiter. Das „unerlaubte Campieren“ mit einhergehender Vermüllung sei keine lokale Problemstellung, sondern beträfe ganz München. Bei Problemen würden Streetworker die Örtlichkeiten begutachten und könnten in Absprache mit weiteren Instanzen Folgemaßnahmen wie die Räumung eines Lagers beschließen. Dies würde von der „AG Wildes Campieren“ unter der Leitung des Sozialreferats koordiniert.

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Vom Sozialreferat heißt es, dass die AG unter Berücksichtigung rechtlicher Bestimmungen und bestimmter Voraussetzungen auch Entscheidungen über die Räumung von Obdachlosenlagern treffen könne. „Der AG ist es allerdings ein Anliegen, dass die obdachlosen Menschen zunächst Beratungs-, Unterstützungs- sowie Unterbringungsangebote erhalten, da Räumungen häufig nur zu einer Verlagerung der Schlafplätze führen.“ In München müsse kein Mensch auf der Straße schlafen. Ausreichend Bettplätze stünden zur Verfügung, dieses Angebot müsse jedoch freiwillig angenommen werden.

Streetworker sind bereits aktiv

An den genannten Standorten seien Streetworker bereits aktiv geworden. Gleichzeitig müssten diese die obdachlosen Menschen meist mehrmals aufsuchen, um deren Vertrauen zu gewinnen und eine Beziehung aufzubauen. Weitere Handlungsmöglichkeiten würden derzeit geprüft. Das Sozialreferat betont allerdings auch: „In Fällen, in denen verfestigte Lager obdachloser Menschen mit Problemen für andere Bürger einhergehen, befürwortet die Arbeitsgruppe eine zügige Räumung.“