(+) Abriss statt Ruine: So bekam Hamburg seine Villa zurück
Hamburg
Lost Place wird zum Traumhaus
Ein Unternehmer musste eine verfallene Altbau-Villa abreißen – und baute sie originalgetreu wieder auf.
Erst langer Leerstand, dann Verfall und schließlich Abriss – das ist das Schicksal vieler Altbauten in Hamburg. Meist entsteht dann einer der üblichen langweiligen Schachtelbauten, die in Hamburg an vielen Straßen das Stadtbild verderben. Dass es auch anders geht, zeigt der Hamburger Unternehmer Ernst Pfaff. Der 85-Jährige musste eine einsturzgefährdete Villa in Marienthal abreißen, aber baute sie originalgetreu wieder auf und lebt jetzt in seinem Traumhaus.
Ernst Pfaff ist keiner, der schnell aufgibt. Als gerade mal 20-Jähriger gründete er 1961 ein Transportunternehmen, welches heute in Billbrook 80 Mitarbeiter beschäftigt. Die Firma ist auf schwere oder komplizierte Transporte spezialisiert. Und der Gründer führte das Unternehmen auch erfolgreich durch schwere Zeiten.
Lost Place in Marienthal wurde abgerissen
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Doch bei dem „Lost Place“ in Marienthal biss er sich beinahe die Zähne aus. Aber der Reihe nach: In den 1980er Jahren kaufte Pfaff eine Villa (Baujahr 1905) an der Kielmannseggstraße. Daneben stand ein baugleiches Haus. Doch während Ernst Pfaff seine alte Villa pflegte und hegte, verfiel die Villa daneben immer mehr. Dort lebte eine alte Dame, die mit dem großen Haus überfordert war. Nach ihrem Tod gab es einen langen Erbstreit, und das leerstehende Haus wurde zur Ruine.
2010 kam es zur Zwangsversteigerung, und Ernst Pfaff kaufte den Lost Place.
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Aber durch das undichte Dach war jahrelang Feuchtigkeit eingedrungen, und die hatte bereits zum Einsturz von Zimmerdecken geführt. „Das Gebäude war nicht mehr zu retten und leider abrissreif“, so Ernst Pfaff zur MOPO.
Die neue Villa ist von der alten nicht zu unterscheiden
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Doch das Bezirksamt Wandsbek verwies strikt auf die städtebauliche Erhaltungsverordnung und bestand auf den Erhalt der Villa. Es folgte ein langer Streit vorm Verwaltungsgericht. Schließlich machte ein Richter den Vorschlag, die Villa doch originalgetreu neu zu bauen. So könnte das schöne Stadtbild an der Kielmannseggstraße gewahrt werden. Pfaff war begeistert. Doch das Bezirksamt stellte sich erneut quer.
Während der Streitereien über den Neubau, die er schließlich gewann, kam auch noch die Corona-Zeit, der Unternehmer verlor drei Jahre bei der Planung und musste erhebliche Kostensteigerungen schlucken. Nun aber steht der schmucke Häuser-Zwilling, und der Altbau ist vom Neubau nicht zu unterscheiden. Jetzt lebt Ernst Pfaff im Neubau, den Altbau hat er vermietet.