Landfrauenverein Hoya feiert 80. Geburtstag mit einem Sommerkonzert: Ein Rückblick auf acht Jahrzehnte
Stand: 25.07.2026, 17:00 Uhr
Kommentare

Der Landfrauenverein Hoya wurde am 8. November 1946 von rund 100 Frauen gegründet. Am 14. August 2026 steigt ein Sommerkonzert im Garten von Familie Alhusen in Eystrup.
Hoya/Eystrup – Einst gegründet ausschließlich für Frauen von landwirtschaftlichen Betrieben, die sich weiterbilden und austauschen wollten, hat sich der Landfrauenverein Hoya heute weit geöffnet und ist offen für jede Frau. Ganz egal, wie alt sie ist oder welchen Beruf sie ausübt. Über die Jahre ist eine Gemeinschaft mit einer gewissen Stärke entstanden. Knapp 900 Mitglieder zählt der Verein aktuell, der Frauen aus zwei Samtgemeinden und zwei Landkreisen miteinander vernetzt. Er bezeichnet sich selbst als die größte Frauenvereinigung in der Region und gehört auch innerhalb des Niedersächsischen Landfrauenverbands Hannover zu den Spitzenreitern. Und trotz der mittlerweile vielen Konkurrenzangebote hat er seit Jahren Bestand.

Der Hoyaer Landfrauenverein feiert 2026 bereits seinen 80. Geburtstag. Anlässlich dieses besonderen Jubiläums soll es am Freitag, 14. August, ein Sommerkonzert im Garten von Familie Alhusen in Eystrup geben. Auch Inhaberin Beatrix Alhusen ist seit langer Zeit Mitglied. Gemeinsam mit der Vorsitzenden Imke Wicke und Anne-Marie Meyer, Vorstandsfrau für Eystrup und umzu, wirft sie einen Blick auf die Anfänge und spricht über die Entwicklung des Vereins.
Das Sommerkonzert
Auf Einladung des Landfrauenvereins Hoya kommt zum Sommerkonzert am Freitag, 14. August, in den Garten von Familie Alhusen in Eystrup (Mahlen 2) auch Mezzosopranistin Stefanie Golisch. Wie zu allen anderen Veranstaltungen des Vereins sind neben Mitgliedern auch Nichtmitglieder willkommen. Einlass ist ab 18 Uhr. Jeder wird gebeten, sich eine Sitzgelegenheit sowie Verpflegung und Geschirr für ein Picknick mitzubringen. Bierzeltgarnituren sind in begrenzter Anzahl vorhanden. Bei Regen findet die Veranstaltung überdacht statt. Der Eintritt kostet zehn Euro. Anmeldungen sind bis zum 7. August per E-Mail an [email protected] oder über die Homepage www.landfrauen-hoya.de möglich. Es wird auch eine Abendkasse geben. Das neue Jahresprogramm für 2026/2027 soll schon bald auf der Vereinswebseite veröffentlicht werden.
Schon 1929 riefen die Frauen im Hoyaer Land den Landwirtschaftlichen Hausfrauenverein ins Leben, der sich für Frauen auf dem Land stark machte. Den Aktivitäten wurde fünf Jahre später allerdings von den Nazis ein Riegel vorgeschoben. Doch kaum war der Krieg vorbei, kamen rund 100 Frauen wieder zusammen und formierten sich am 8. November 1946 zum Landfrauenverein Hoya. „Wir waren einer der ersten Vereine, die sich wiedergegründet haben“, berichten Wicke, Meyer und Alhusen.
Doch viel gab es damals nicht: Zu den Treffen brachte jede stets ein Stück Holz zum Heizen, eine Tasse für den Kaffee sowie ein Butterbrot mit. Aber schon zu dieser Zeit lud der Verein Referenten zu sich ein. Der ein oder andere wollte jedoch kein Honorar, sondern lieber Lebensmittel als Lohn. Zudem gab es Kochkurse, Angebote zum Kränzebinden oder Einkochen und vieles mehr. „Auf dem Saal bei Thöle wurde, glaube ich, sogar mal ein Schwein zerlegt“, erzählt Wicke.
Gemeinsam gereist wurde ebenfalls schon früh, unter anderem in die Holsteinische Schweiz, nach Berlin, Südtirol und Norwegen. Die Gruppe hat sich überdies mit anderen gemessen, etwa bei der Niedersächsischen Meisterschaft im Erntekronebinden. Der Verein wuchs und wuchs: 1978 waren es bereits ungefähr 500 Mitglieder.
Um für Frauen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen und sie vor der Arbeitsarmut zu bewahren, gründete sich mit Unterstützung von Fördergeldern dann 1995 die Landfrauen-Service GmbH, die Dienstleistungen in den Bereichen Hauswirtschaft, Landtourismus, Direktvermarktung und Altenbetreuung anbot. Gesellschafter des Unternehmens waren die Landfrauenvereine der Grafschaft Hoya, Grafschaft Diepholz und Nienburg, die Landvolkverbände Grafschaft Diepholz und Mittelweser sowie zwölf Landfrauenvereine. „Das war ein großes Ding, ein Pilotprojekt, das ziemlich einzigartig war“, meint Wicke. Noch heute gebe es vereinzelt Anfragen. Das Angebot besteht in der ursprünglichen Form aber nicht mehr.
Nicht vergessen werden darf das Projekt „Kochen mit Kindern“, das der Kreisverband Grafschaft Hoya und der Kreisverband Diepholz 2002 initiierten, um Jungen und Mädchen gesunde Ernährung, regionale Lebensmittel und praktische Hauswirtschaft näherzubringen. In der Vergangenheit ist auch in den hiesigen Grundschulen regelmäßig der Kochlöffel geschwungen worden. Mittlerweile wird die Initiative über einen eigenen gemeinnützigen Verein getragen.
2006 hat der Landfrauenverein Hoya anlässlich seines 60-jährigen Bestehens verschiedene Beiträge wie Rezepte, Lieder und Bräuche zu einem eigenen Buch unter dem Titel „Leben mit den Jahreszeiten“ zusammengetragen.
Das Jahresprogramm ist stets breit aufgestellt: Es gibt Vorträge, Workshops, Kochkurse, Ausflüge, Reisen und einiges mehr. Der Verein ist mit der Zeit gegangen und bietet ebenso für Jüngere interessante Veranstaltungen an. So kommt am 5. Oktober etwa Podcasterin Maja Mogwitz nach Bücken in Töles Hotel. Aber auch viele der einstigen Themen, wie Nähen, Basteln und Backen, liegen heute wieder voll im Trend. Um den Brauch beizubehalten, wollen die Landfrauen im Herbst zu Erntedank beim Hoyaer Wochenmarkt vertreten sein und die Erntekrone an das Rathaus übergeben. „Es ist ein echter Austausch zwischen Alt und Jung. Eine echte Lebensbereicherung“, sagt Alhusen über den Verbund.