Kosten durch KI: Bis zu 90.000 Token, bevor der Nutzer überhaupt tippt - Golem.de
In einer direkten Gegenüberstellung sind mehrere Faktoren aufgedeckt worden, die Claude Code unnötig teuer machen.
Das auf den Aufbau von KI-Lösungen für Unternehmen spezialisierte Unternehmen Systema AI hat die Kosteneffizienz der KI-Tools Claude Code und Opencode untersucht. Die Analyse zeigt(öffnet im neuen Fenster), dass Claude Code im direkten Vergleich durchschnittlich 4,7-mal mehr Daten als Opencode sendet, bevor die eigentliche Nutzeranfrage beantwortet wird.
Opencode sendet ebenfalls umfangreiche Daten, bevor das erste Wort der Prompteingabe des Nutzers bearbeitet wird. Während diese von System-Prompts, Tool-Schemata und komplexen Erinnerungsblöcken ausgelösten Abfragen bei Opencode bei einzeiligen Testanfragen etwa 6.900 Token benötigen, werden bei Claude Code etwa 32.800 Token verwendet.
Ein entscheidender Faktor, der die Token-Nutzung und damit die Kosten nach oben treibt, ist die Stabilität des verwendeten Cache. Bei Opencode erweisen sich die Daten bei verschiedenen Durchläufen als Byte-identisch, was darauf hindeutet, dass der Cache optimal genutzt wird.
90.000 Token, bevor der Anwender tippt
Bei Claude Code variierten die Bytes der System- und Hilfsblöcke hingegen, was dazu führte, dass mitten in einer Sitzung Zehntausende von Cache-Token neu geschrieben werden mussten. In einem der Testdurchläufe schrieb Claude Code sogar 54-mal mehr Cache-Token als Opencode, wodurch die Kosten stark anstiegen.
Systema identifizierte mehrere Faktoren, die die Kosten von Coding-KI-Tools negativ beeinflussen. Instruktionsdaten wie claude.md oder agents.md fügen jeder einzelnen Anfrage etwa 20.000 Token hinzu. Anbindungen an kleine MCP-Server, die als Schnittstelle zwischen KI-Assistenten und Dateien, Datenbanken oder APIs eingerichtet wurden, fügten dem Testszenario etwa 1.000 bis 1.400 Token pro Anfrage hinzu.
In einem realen Setup mit vielen Servern und Instruktionsdateien soll Opencode 90.000 Token verbraucht haben, bevor der Anwender überhaupt anfing zu tippen. Der größte Kostentreiber seien aber Subagenten, heißt es weiter. Bei Claude Code benötigte eine direkt ausgeführte Aufgabe etwa 121.000 Token. Mit zwei Subagenten hingegen 513.000, weil jeder Subagent seine eigenen System-Prompts und Tools neu einliest.
Beide Tools führten die gestellten Aufgaben zwar korrekt aus, Claude Code war bei identischen Ergebnissen aber teurer und benötigte mit vier bis acht Minuten gegenüber ein bis zwei Minuten deutlich mehr Zeit als Opencode. Claude Code biete zwar eine umfangreiche Plattform mit vielen Subagenten, für Anwender bedeute dies aber einen ineffizienten Tokeneinsatz und höhere Kosten, fasst Systema die Untersuchung zusammen.
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