Kleingärtner gießen mit Regenwasser und ernten dafür zahlreiche Früchte und Kräuter

Stand: 20.07.2026, 06:00 Uhr

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„Viel gießen müssen wir in diesem Jahr“, erzählt Faysal Akduman, während er auf Parzelle 40 die Gießkannen immer wieder mit gesammeltem Regenwasser füllt

Viel Gießen hilft: Das sieht man auf der Parzelle 40 von Faysal Akduman, der seine Kanne mit Regenwasser füllt. © Christine Ziesecke

Der Kleingärtnerverein in Urberach hat einen 1000-Liter-Container zum Sammeln von Regenwasser geschenkt bekommen. Am Wochenende feierten die Mitglieder ihr zweitägiges Sommerfest mit Musik von Tom Jet.

Urberach – Alles stöhnt und ächzt über die Hitze und die große Trockenheit, doch auf dem Gelände des Kleingärtnervereins hinter Badehaus und Berufsakademie ist davon wenig zu sehen. Ein üppiges Blütenmeer auf vielen der Parzellen, prächtige Tomatenstauden mit zahllosen Früchten, große, kräftige Kohlrabis und buchstäblich „kraftvoll ins Kraut schießende“ Gartenkräuter, gerade auf den Hochbeeten, lassen die Besucher staunen. Doch der Grund für die Pracht zeigt sich schon am ersten Grundstück Nr. 40, wo Pächter Faysal Akduman immer wieder zwei Gießkannen in seiner Wassersammelstelle füllt und über seinen Pflanzen und Büschen entleert. „Viel gießen, aber bislang alles gut“, ist seine Antwort auf die Frage nach den Auswirkungen des heißen Sommers.

Das Gemüse gerade auch in den Hochbeeten macht nicht den Anschein von Trockenheit, sondern gedeiht hier prächtig

Das Gemüse gerade auch in den Hochbeeten macht nicht den Anschein von Trockenheit, sondern gedeiht hier prächtig © Christine Ziesecke

„Wir fangen generell sehr viel Wasser von allen Dächern der Gartenhütten auf den Parzellen ein. Das verwenden wir zum Gießen“, erläutert Vorstandsmitglied Travis Brößler, der über seine politische Arbeit auch Mitglied im Zweckverband des Gruppenwasserwerks Dieburg/Babenhausen/Rödermark ist und da guten Einblick hat. „Und notfalls müssen wir auf Grundwasser zurückgreifen. Manche Pächter haben auf ihren Parzellen auch Brunnen. Aber wir gießen nur die Nutzflächen wie Obst und Gemüse; die Rasenflächen natürlich nicht, es laufen keine Rasensprenger.“

Aber die aus der alten Kreisaufteilung stammende wassertechnische Mitgliedschaft im Kreis Dieburg hilft derzeit, denn in diesem Bezirk herrscht noch kein Wassermangel und deshalb gibt’s noch keine Einschränkungen außer den selbstverständlichen Einsparungen. Ein großes Geschenk: Ein Spender hat in diesem Jahr einen 1000-Liter-Container zum Sammeln des Wassers des Wintergartens gestiftet – „das hilft uns sehr weiter“.

Besonders gut gedeihen in diesem Jahr Tomaten – sie hängen in dicken Bündeln an den Sträuchern. Aber auch das Gemüse gedeiht weithin sichtbar hervorragend – Brokkoli oder Kohlrabi können zuhauf geerntet werden. Brombeeren oder Himbeeren etwa sind mangels Wasser kleiner als sonst, aber ertragreich. „Und besonders gut gedeiht in diesem Jahr der Wein“, ergänzt KGV-Vorsitzende Angelika Hufnagel. „Wahrscheinlich, weil die großen Blätter gut Schatten spenden in dieser Hitze“, ergänzt ihr Mann. Sie freuen sich, dass die Temperaturen am vergangenen Wochenende etwas gefallen waren und deshalb ihr alljährliches zweitägiges Sommerfest auf dem Gelände gut besucht ist – wofür auch Hüpfburg, Kinderbespaßung und natürlich vieles Leckeres von Grill und Getränkekühlschrank sorgen.

Am Samstagabend sorgt auch Tom Jet, der in der Region sehr bekannt ist und auf dem weithin freien Gelände lautstarke Musik auch zum Mitsingen macht. Der kurzzeitige, sehr leichte Nieselregen macht das Fest noch lebendiger: Ehe man sich unters Zeltdach zurückzieht, wandert man lieber noch mit ein paar Tischen unter die aufgestellten Schirme und schützt höchstens seine Getränke vor Nässe von oben. Und am Sonntagfrüh geht’s natürlich mit dem traditionellen Frühschoppen samt Mittagessen weiter. Nicht nur so mancher Pächter, sondern auch zahlreiche Gäste genießen den Sommertag im blühenden und duftenden Gartenparadies.