Kickers Offenbach besiegt Aschaffenburg 6:1 – Zimmermann vermisst Ruhe am Ball
Stand: 19.07.2026, 17:47 Uhr
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Kickers Offenbach gewinnt sein drittes Testspiel mit 6:1 gegen Viktoria Aschaffenburg. Trainer Mark Zimmermann lobt das Umschaltspiel, sieht aber auch Defizite in der Dreierabwehr.
Seligenstadt – Nach dem dritten Testspiel des Fußball-Regionalligisten Kickers Offenbach gab es auf dem Sportgelände der Sportfreunde Seligenstadt eigentlich nur gute Laune. Bei den Offenbachern, bei denen zwar längst nicht alles geklappt hatte, aber denen dennoch der dritte Erfolg in der Sommervorbereitung gelungen war mit dem 6:1 gegen den Bayernligisten Viktoria Aschaffenburg. Bei den Organisatoren des Benefizspiels (siehe Kasten), die sich über einen fünfstelligen Betrag für die ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste Aschaffenburg freuen durften – und nicht zuletzt bei den 1200 Zuschauern, darunter viele Kinder, für die neben der Partie der Traditionsklubs mit reichlich Spielangeboten viel geboten wurde.
Einer der Offenbacher, der den Platz mit einem Lächeln verließ, war Keanu Staude. Der 29-Jährige hatte zwar kein Tor erzielt, aber wieder mit einer couragierten Leistung das Signal gesendet, dass aus einem eigentlich Aussortierten doch wieder eine wertvolle Alternative werden kann. „Ich freue mich, dass ich wieder eine Chance habe. Für mich war klar, dass ich Gas gebe. Es war überhaupt nicht in meinem Kopf, diesen Verein zu verlassen“, sagt der technisch so feinfertige Rechtsfuß, der gegen Aschaffenburg allerdings eine dicke Chance liegen ließ. Sein Trainer sieht ihn dennoch auf einem guten Weg: „Er ist fleißig im Training, das belegen die Daten. Er hat Bälle erobert, muss aber am Rücklaufverhalten arbeiten.“ Potenzial hat auch noch Maximilian Wolfram. Der 29-Jährige, vom TSV 1860 München geholt, spielte 65 Minuten durch, gefiel als Anspielstation, benötigt aber weiterhin Zeit, um richtig fit zu werden. „Aber er hilft uns enorm weiter“, ist der Kickers-Coach überzeugt.
Ihnen allen gemein war, dass sie in den ersten 30 Minuten nicht wirklich ins Rollen kamen gegen die Unterfranken, die nach dem Abstieg aus der Regionalliga Bayern einen großen Umbruch meistern müssen und noch einige Kaderlücken haben. „Wir brauchen noch einige Verstärkungen“, ist sich auch Viktoria-Routinier Benjamin Baier (39), einst in der OFC-Jugend aktiv, sicher.
Dass auch dem OFC noch der eine oder andere Transfer guttun würde, wurde besonders in der Dreierabwehrreihe deutlich. Dort spielte zunächst Bastian Frölich in zentraler Position, nach der Pause dann Ronny Marcos. „Wir schauen uns um“, meinte Kickers-Trainer Mark Zimmermann, der neben dem gerade am Meniskus operierten Alexander Sorge auch auf Angreifer Maximilian Schmid, der leicht angeschlagen zusah, verzichten musste. Überhaupt war dem einen oder anderen Akteur nach der dritten Vorbereitungswoche die Belastung deutlich anzumerken. Benedikt von Hagen, aus der Hessenliga gekommener Stürmer von Rot-Weiß Walldorf, hatte unter der Woche zwei Tage Pause eingelegt wegen muskulärer Probleme. Der angehende Mediziner, der in der 68. Minute zum 4:1 traf, räumte ein: „Es macht sehr viel Spaß, jeden Tag auf dem Platz zu stehen. Aber die Intensität ist doch eine Umstellung.“ Nach dem dritten Testspiel konstatiert er aber: „Du merkst, dass die Abläufe besser werden.“
„Wir haben viel gearbeitet“, betonte Zimmermann, der sich dennoch etwas mehr Klarheit, mehr Ruhe am Ball und mehr Impulse von einzelnen Spielern gewünscht hätte. „Aber das Umschaltspiel war richtig gut“, lobte er. So fielen auch die ersten drei Tore. Nach der Pause folgte nach einer Kettenreaktion an falschen Entscheidungen das Gegentor durch Eren Bozan (68.), das die Kickers aber letztlich nicht weiter irritierte. Mit einem 28-Meter-Hammer besorgte Adam Loune (19), dessen Bruder Mehdi (3. Liga bei Alemannia Aachen) ebenfalls zuschaute, den Endstand, der leicht auch noch hätte höher ausfallen können. Am Samstag (15 Uhr) im Jubiläumsspiel gegen Bayer 04 Leverkusen werden bei den Kickers ganz andere Tugenden gefragt sein. „Da geht es ums Verteidigen“, sagte Zimmermann. Und darum wird es auch in dieser Trainingswoche gehen.
Fünfstellige Spende für Hospizgruppe
Der Organisator musste sich nach dem Abpfiff des Benefizspiels zwischen Fußball-Regionalligist Kickers Offenbach und Bayernligist Viktoria Aschaffenburg (6:1) eiligst verabschieden. Nico Wegmann hatte wieder eine Doppelrolle. Der Trainer der Sportfreunde Seligenstadt musste nach Zellhausen weiter, um sein Team beim Spiel um Platz drei im Mainpokal gegen die Spvgg. Hainstadt (2:0) zu coachen. Mehrfachbelastungen kennt der 31-Jährige ja, seit er das Trainerdasein in Seligenstadt mit jenem als Co-Trainer bei Lok Leipzig verband.
Am Sonntag zog Wegmann ein zufriedenes Fazit: „Die Aktion war 100 Prozent erfolgreich, wir haben viel Lob bekommen.“ Am Ende dürfte ein fünfstelliger Betrag für die Begleitung von Kindern und Jugendlichen auf ihrem letzten Lebensweg zusammenkommen. Wegmann war von einem Mitarbeiter der ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienste Aschaffenburg angefragt worden, ob er ein Event auf die Beine stellen könnte. Seit Samstag steht fest: Ja, kann er. Mit reichlich Unterstützung von allen Seiten, vor allem vom OFC und der Viktoria, erlebten 1200 Zuschauer einen launigen Mittag. „Das machen wir sehr gerne, diese Arbeit für betroffene Kinder und Jugendliche ist so wichtig“, betonte OFC-Vizepräsident Jörg Briel. Einige Kinder der Einrichtung waren zugegen, was auch Wegmann und Briel besonders berührte. Im Vorspiel gewannen die ViktoriaLegenden mit 6:2 gegen eine Offenbacher Kreisauswahl.