Kein Recht auf Raserei: Tempolimit auf Autobahnen könnte Todesfälle verhindern
Stand: 12.07.2026, 18:45 Uhr
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Maximal 130 Kilometer pro Stunde – Experten schlagen vor, das Höchsttempo auf Autobahnen testweise zu begrenzen. Das ist ein guter Vorschlag. Ein Kommentar.
Maximal 130 Kilometer pro Stunde – ein Tempolimit auf Autobahnen wäre sinnvoll. Die Begrenzung könnte dazu beitragen, dutzende Todesfälle zu vermeiden. Zudem würde weniger Sprit verbraucht und der Co2-Ausstoß würde sinken. Beides sind angesichts steigender Energiepreise und der fortschreitenden Klimaveränderungen gute Argumente.
Der Preis dafür – die Aufgabe der grenzenlosen Freiheit am Gaspedal – wäre gering. Zumal unlimitierter Fahrspaß ohnehin nur ein Mythos ist. Die Realität ist für Tempoliebhaber oft ernüchternd: Auf einem Viertel der Autobahnstrecken gelten bereits Geschwindigkeitsbegrenzungen. Dazu kommen Staus und etliche Baustellen – schließlich sind viele Autobahnen alt und sanierungsbedürftig.
Irrationale Aufregung über Tempolimit-Pläne
Leider wird die Tempolimit-Debatte meist nicht nüchtern geführt, sondern mit irrationaler Erregung. Gegner sehen einen unzulässigen Eingriff in ihre persönliche Freiheit. Doch gilt auf Autobahnen wie überall sonst: Jede Freiheit endet dort, wo sie andere Menschen gefährdet. Wenn eine geringere Höchstgeschwindigkeit auf Autobahnen die Zahl der Verkehrstoten verringern kann, ist es legitim, das Recht auf Raserei einzuschränken.

Auch andere Gegenargumente sind leicht entkräftet: Auf Landstraßen gibt es noch mehr tödliche Unfälle? Stimmt. Weil es auf Landstraßen auch Gegenverkehr gibt. Das mag eine Begründung für ein Tempolimit auf dem Land sein, nicht aber gegen eine Beschränkung auf Autobahnen.
Wer schneller fahren darf, ist schneller am Ziel? Stimmt – theoretisch. In der Praxis führen extrem unterschiedliche Reisegeschwindigkeiten zu vielen Beschleunigungs- und Abbremsmanövern und daher zu Staus. Die Zeitersparnis ist oft geringer als gedacht. Ein Maximaltempo von 130 könnte den Verkehr flüssiger machen. Nachbarländer wie die Niederlande, in denen tagsüber sogar Tempo 100 auf Autobahnen gilt, machen es vor.
Es wäre gut, den Vorschlag der Unfallforscher aufzugreifen und ein Tempolimit auf einigen Strecken gründlich zu testen. Selbst der ADAC – Inbegriff der deutschen Autolobby – spricht sich für nähere Untersuchungen aus. Mehr als die Hälfte seiner Mitglieder ist für ein Tempolimit. Am Ende könnte ein Kompromiss stehen: Zu Hochverkehrszeiten auf der Autobahn gilt: nicht schneller als 130. Und wenn wenig los ist, etwa nachts, darf jeder fahren, so schnell er will.
Ein generelles Tempolimit würde Spritkosten senken und die Verkehrssicherheit erhöhen. Wer schnell sein will, muss langsam fahren. Ein weiterer Kommentar.