Karibik-Flair in Oberbayern: Dieser See lockt mit türkisfarbenem Wasser und Traumstränden
Stand: 11.07.2026, 10:30 Uhr
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Um ein bisschen karibisches Flair zu erleben, braucht man oft nicht einmal in den Flieger zu steigen. Es reicht schon ein Ausflug an den Wörthsee, rund 25 Kilometer südwestlich von München.
„Man sagt, der Wörthsee ist der karibische See im Fünf-Seen-Land“, sagt Juliane Seeliger-von Gemmingen. Türkisblaues Wasser und bacherlwarme Temperaturen – da kommen Urlaubsgefühle auf. „Der Wörthsee ist ein wahnsinnig schöner Badesee, der zu jeder Jahreszeit unglaubliche Reize hat“, findet sie. „Er ist gemütlicher und überschaubarer als die großen Seen.“ Seinen Namen hat der rund 4,4 Quadratkilometer große Wörthsee übrigens von der Insel Wörth, die sich in der Mitte des Sees befindet. Der Zugang zu ihr ist jedoch nicht gestattet. Dafür gibt es viele andere schöne Ausflugsziele am Wörthsee. Erreichbar ist dieser von München aus mit der S8 Richtung Herrsching bis zum Bahnhof Steinebach oder per Auto über die A96 Richtung Lindau bis zur Ausfahrt Wörthsee.
Skulpturenweg
Juliane Seeliger-von Gemmingen ist Büchereileiterin und Kulturbeauftragte in der Gemeinde Wörthsee (Kreis Starnberg) – und als solche ist sie besonders stolz auf den Skulpturenweg am See. „Man kann immer wieder etwas Neues entdecken“, sagt die 59-Jährige. Die rund vier Kilometer lange Kunstausstellung unter freiem Himmel geht entlang des Ufers am Wörthsee von der Rossschwemme in Walchstadt über den Seeuferweg und die Seestraße bis zur Seepromenade in Steinebach. „Zu sehen sind ganz verschiedene Skulpturen“, sagt Seeliger-von Gemminger. In Steinebach zum Beispiel ist eine große Kugel genauso ausgestellt wie bunte Würfel von Schulkindern oder eine abstrakte Seele, die scheinbar auf sanften Wellen treibt. Dieses Jahr sollen noch zwei neue Skulpturen dazukommen.
See-Wanderung

Wer gerne länger wandert, der kann einmal um den kompletten Wörthsee spazieren. „Der Rundweg ist elf Kilometer lang“, sagt Seeliger-von Gemmingen. „Es ist besonders die Natur, die hier besticht.“ Die Wege sind gut ausgebaut und beschildert, auf Thementafeln gibt es Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt und zur Geschichte des Sees. Besonders idyllischer Teil der Strecke ist ein Holzbohlenweg des Rotary Clubs Wörthsee durch das Naturschutzgebiet Bacherner Moos. Achtung: Radfahren ist auf dem Steg verboten, für Radler gibt es eine Ausweichroute. Bei der Seeumrundung können Wanderer den Wörthsee direkt vom Ufer aus erleben und kommen an mehreren öffentlichen Badeorten vorbei. An den Badeplätzen am Seglerweg, der Maistraße und der Rossschwemme freuen sich Bücherfreunde über Lesestoff in öffentlichen Bücherregalen. Auch für Verpflegung ist bei mehreren Kiosken und Restaurants gesorgt. „Wir haben viele Nationalitäten in der Gastronomie“, sagt Juliane Seeliger-von Gemmingen. In der Maistraße zum Beispiel gibt es sogar einen Food-Truck mit original nicaraguanischer Küche.
Rossschwemme
Einer der Lieblings-Badeorte von Juliane Seeliger-von Gemmingen ist an der Rossschwemme in Walchstadt. „Dort ist ein etwas stillerer Badeplatz, etwas weiter weg vom Zentrum“, sagt sie. „Aber es ist wunderschön dort.“ Es gibt einen flachen Seezugang mit ein bisschen Kies und Sand, alte Bäume spenden Schatten und Kinder können auf einem kleinen Spielplatz toben. Surfer und Stand-up-Paddler haben einen eigenen Seezugang an der Rossschwemme und das Kunstwerk „Angelhakenherz“ aus Stahl bietet überdies ein schönes Fotomotiv.

Auch gutes Essen ist sichergestellt: Barbara Tavernini betreibt den Seekiosk Rossschwemme – und bringt dort ein wenig Südtirol nach Bayern. „Bei mir gibt es typische Südtiroler Küche“, sagt die Wirtin, die selbst aus Meran stammt. „Für mich bedeutet das Heimat.“ Auf der Speisekarte stehen unter anderem ein Knödel-Trio mit Spinat, Käse und Rote Bete (15 Euro), Schlutzkrapfen (12 Euro) und eine Brotzeit mit Speck-Kaminwurzen, Bergkäse und hausgemachten Vinschgerl (18 Euro). Zum Trinken empfiehlt die Wirtin einen „Principessa-Cocktail“ aus Südtirol. Das ist eine Alternative zum klassischen Aperol Spritz. „Mit einem Nachgeschmack aus Zirbenholz“, so Barbara Tavernini.
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Augustiner
Ein besonders abwechslungsreicher Badeplatz ist die Badewiese neben dem Wirtshaus Augustiner direkt an der Seepromenade in Steinebach. „Hier gibt es einen Badesteg und einen Bootssteg“, berichtet Juliane Seeliger-von Gemmingen. Bei einem Bootsverleih kann man zum Beispiel ab 18 Euro pro Stunde ein Tretboot, ab 30 Euro ein Elektroboot oder ab 15 Euro ein Stand-up-Paddleboard mieten. Kinder freuen sich über einen Spielplatz und ein Eiswagen sorgt an heißen Tagen für leckere Erfrischung. An diesem Ort lässt sich der Badeausflug besonders gut mit einem Biergartenbesuch mit Seeblick verbinden. Beim Augustiner wird klassische bayerische Küche angeboten, den Obazda mit Breze gibt es für 10,50 Euro, den Schweizer Wurstsalat für 13,50 Euro, die Käsespätzle für 15,90 Euro und den Schweinsbraten mit Knödel und Kraut für 17,80 Euro.
Fischerstechen

Für alle, die gerne feiern, lohnt sich ein Ausflug an den Wörthsee übrigens ganz besonders am Samstag, 18. Juli (nur bei gutem Wetter): Dann findet am Freibadeplatz am Birkenweg in Steinebach ab 18 Uhr das Seefest des Trachtenvereins D‘Donarbichler statt. „Das ist ein großes Fest mit Live-Musik, Fischerstechen und Feuerwerk“, sagt Juliane Seeliger-von Gemmingen. „Es ist immer ein Highlight.“ Beginn ist um 18 Uhr.