Erholung oder Lernen? Eltern diskutieren über Sommerferien
Publiziert27. Juli 2026, 18:32
Community diskutiertIn Schulferien lernen: «Hört auf, Kinder zu instrumentalisieren»
Die Sommerferien haben bereits begonnen und für Eltern stellt sich die Frage: Sollen meine Kinder in ihren Ferien Schulstoff üben? Die Community ist gespalten.

Darum gehts
- Die 20-Minuten-Community diskutiert, ob Kinder in den Sommerferien Schulstoff üben sollen.
- Die Mehrheit ist dagegen: Ferien sollen schulfreie Erholungszeit bleiben.
- Rund 20 Prozent befürworten Lernen in den Ferien – viele plädieren für einen Mittelweg mit erlebnisbasiertem Lernen.
Spätestens seit Mitte Juli sind die letzten Schülerinnen und Schüler in die Sommerferien gestartet. Während für die einen nun Sonne, Zeit mit Freunden und Glace auf dem Programm stehen, heisst es für andere: lernen, repetieren und regelmässig üben. Fünf Eltern aus der Community haben im Originalartikel hier erzählt, wie sie das handhaben.
Sind die Sommerferien in erster Linie eine schulfreie Erholungszeit oder der richtige Moment, den Schulstoff gezielt zu wiederholen? Darüber diskutiert die Community kontrovers. Wir haben die wichtigsten Meinungen zusammengefasst.

«Hört auf, Kinder zu instrumentalisieren»
Die Mehrheit der Kommentarschreibenden ist der Meinung, dass die Ferien schulfreie Zeit bleiben sollen und Kinder in dieser Zeit vom Unterricht abschalten können. Userin Pandorasbrokenangel schreibt: «Hört doch mal auf, die Kinder zu instrumentalisieren und lasst sie Kind sein. Das ist so viel wichtiger und wertvoller für das Leben, als Rechenaufgaben zu lösen und Vokabeln zu repetieren in den Ferien.» Sie kritisiert, dass sich die Gesellschaft zu stark auf Leistung fokussiere.
Ähnlich sieht es Jg1291er: «Ferien sind dazu da, in unserer Leistungsgesellschaft mal abzuschalten.» Auch Kusi7171 findet: «Meine Kinder dürfen während der Ferien einfach Kinder sein!» Bohne19@ zieht den Vergleich zu Erwachsenen: «Warum sollte ich mein Kind in den Ferien zum Lernen zwingen? Ich arbeite in den Ferien ja auch nicht, sondern habe Ferien.» Ihre Tochter habe «nie einen Strich für die Schule machen» müssen und trotzdem keine Probleme gehabt.
User Adsl warnt: «Man kann unsere Kinder, sprich unsere Zukunft, auch komplett verheizen, indem man sie sogar während der Ferien noch stresst. Ferien sind Ferien.»
«Zukunft ist hart, besser jetzt schon lernen»
Rund 20 Prozent der Kommentarschreibenden vertreten hingegen die Ansicht, dass Lernen in den Ferien normal oder sogar notwendig sei. Nicky2026 schreibt: «Es ist besser für sie zu lernen, anstatt ihre Zeit in den sozialen Medien mit dem Anschauen von Unsinn zu vergeuden.» Auch für Tracce ist das selbstverständlich: «In den Ferien arbeiten und lernen, das ist normal. Und dann ab und zu ins Welsche, um mal Franz zu lernen.»
G-i-r-L ist der Meinung, die Kinder würden sehr schnell verlernen, was sie in der Schule gelernt haben. «Ich finde es absolut nicht schadend, wenn sie eine Stunde pro 48 Stunden ein wenig lernen.» Sie fügt hinzu: Die Zukunft sei hart und je mehr sie lernen, desto besser sei es.

Lernen sei nicht nur in Büchern möglich
Viele Userinnen und User plädieren jedoch für einen Mittelweg. Lernen müsse nicht am Schreibtisch stattfinden, sondern könne mit Erlebnissen verbunden werden. Lesende. erinnert sich: «Bei uns gab es auch immer eine kleine Menge an Hausaufgaben. Unsere Eltern haben zusammen mit unseren besten Freunden kleine Aufgaben formuliert – etwas Spannendes, Entdeckerisches, Experimentelles.»
Auch Melissa98 ist überzeugt, die gute Mischung mache es aus. «Meine Kids gingen in den sieben Wochen Sommerferien immer zwei Wochen zu meinen Eltern in die Deutschschweiz. Da mussten sie automatisch ihr Deutsch aufbessern.» Zudem hätten sie mit regelmässigen Spaziergängen in Wäldern und Bergen Naturkunde gelernt. Sie ist sich sicher: «Wir würden es heute wieder so machen, da man nicht nur aus Büchern, sondern im täglichen Leben viel lernen kann.»
Auch Lehrerin Gugelili spricht sich gegen verpflichtendes Büffeln aus: «Mit meinen eigenen fünf Kindern hätte ich in den Ferien niemals Schulstoff gebüffelt.» Gleichzeitig beobachte sie, dass Kinder, die während der Sommerferien ausschliesslich ihre Muttersprache sprechen, Rückschritte machten. Deshalb empfiehlt sie freiwilliges, «intrinsisch motiviertes» Lernen statt Pflichtaufgaben.
Was denkst du darüber, wenn Kinder in den Sommerferien Schulstoff üben?
Ferien sind Ferien – Kinder sollen sich erholen und abschalten können.
Ein bisschen Wiederholung schadet nie, damit sie nicht alles vergessen.
Lernen sollte spielerisch und durch Erlebnisse geschehen, nicht am Schreibtisch.
Es kommt ganz auf das Kind an und wie es damit umgeht.
Ich finde es wichtig, dass sie auch in den Ferien am Ball bleiben.
Das ist mir egal, ich habe keine Kinder in diesem Alter.

Selina Keller (sek) arbeitet seit 2025 bei 20 Minuten und ist Redaktorin im Ressort Community
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