Ärger und Frust auf Kölner Wohnungsmarkt: trotz Wohnungsnot stehen tausende Häuser leer
Bettina Strauß wohnt im Stadtteil Porz-Grengel und geht da viel spazieren. Seit Jahren kommt sie an leerstehenden Häusern vorbei. Wohnhäuser, aber auch viele Gewerbeimmobilien. Hotels und Restaurants, die seit Jahren nicht mehr genutzt werden.
Leerstand sorgt für Müll
Sie hat immer wieder versucht, Informationen zu bekommen, ob dort etwas geplant ist. Ein Beispiel: ein ehemaliges Restaurant. Die Stadt hat das Gebäude gekauft und wollte dort geflüchtete Menschen unterbringen. Diese Pläne hatten sich zerschlagen. Auf Nachfrage schreibt die Stadt, dass die bestehenden Häuser abgerissen werden sollen. Dort sollen nun Neubauten für öffentlich-geförderte Wohnungen entstehen.
Ein Bauantrag liegt aber noch nicht vor, sagt die Stadt. Auch nicht bei dem seit Jahren leerstehenden Hotel nur ein paar hundert Meter entfernt. Hier treffen wir vor Ort den Mitarbeiter des Besitzers. Er kündigt an, dass dort wieder ein Hotel entstehen soll.
Damit wäre zumindest die Hoffnung der Porzer Bürgerin Bettina Strauß erfüllt, dass die zunehmende Verschmutzung des Grundstückes bald erledigt ist. "Mich ärgert, dass hier Immobilien verrotten und niemand etwas daran macht", sagt sie.
Mehr als 10.000 leerstehende Wohnungen in Köln
Eine annähernd genaue Zahl darüber, wie viele Gebäude in der Stadt derzeit - gewerblich oder privat genutzt - leer stehen, gibt es lediglich für Ladenlokale. 1.600 hatte die Stadt zuletzt Ende des vergangenen Jahres ermittelt. Für private Wohnungen stammt die letzte Zahl aus dem Zensus des Jahres 2022. Damals standen 13.000 Wohnungen in der Stadt leer.
Die Gründe dafür sind vielfältig: Erbstreitigkeiten oder strittige Bauanträge, in manchen Fällen auch die Spekulation auf höhere Mietpreise. Das Amt für Wohnungswesen kann diesen Hinweisen nachgehen und Bußgelder bis zu 50.000 Euro verhängen.
Das gilt immer dann, wenn eine Wohnung mehr als sechs Monate lang leer steht. Hausbesitzer müssen dann den Leerstand der Stadt melden und sich bei triftigen Gründen eine Ausnahme genehmigen lassen.
Unsere Quellen:
- Stadt Köln
- Haus- und Grundbesitzerverein
- WDR-Gespräch mit Bettina Strauß
Sendung: WDR.de, Warum stehen tausende Häuser in Köln leer?, 27.07.2026, 4:58 Uhr