Imke Behrens im Porträt: Kandidatin für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin in Harpstedt

Stand: 25.07.2026, 17:00 Uhr

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Ehrlich, authentisch und zuverlässig – so beschreibt sich Behrens selbst.

Ehrlich, authentisch und zuverlässig – so beschreibt sich Imke Behrens selbst. © twa

Zwischen Verwaltung, Wahlkampf und kleinen Auszeiten: Imke Behrens erzählt von ihrem Werdegang, ihrer Familie und den Gründen, warum sie Verantwortung für Harpstedt übernehmen möchte. Ein Porträt über die Frau hinter der Kandidatur.

Harpstedt/Weyhe – Einen Kaffee, zwei Kugeln Eis – Orange und Zitrone. Wenn Imke Behrens im Eiscafé Venezia in Harpstedt sitzt, gönnt sie sich einen Moment zum Durchatmen. Viel Zeit dafür bleibt der 54-Jährigen derzeit allerdings nicht. Zwischen ihrem Beruf als Amtsleiterin beim Landkreis Osterholz und dem Wahlkampf ist der Kalender gut gefüllt. Trotzdem nimmt sie sich diese kleinen Auszeiten bewusst. Denn wer die Menschen kennenlernen will, müsse auch dort sein, wo sie ihren Alltag verbringen. Das erzählt Behrens in einem Gespräch mit der Mediengruppe Kreiszeitung. Wir stellen sie sowie Samtgemeindebürgermeisterkandidat Jürgen Buchholz in jeweils einem Porträt vor.

Geboren wurde Behrens in Bremen, aufgewachsen ist sie in Weyhe – ihrem, wie sie sagt, „Ankerort“. Dort lebt sie bis heute. Dass sich das ändern könnte, schließt sie nicht aus. Ihre beiden Kinder sind längst erwachsen und ausgezogen, das Haus inzwischen eigentlich zu groß. Sollte sie zur Samtgemeindebürgermeisterin gewählt werden, könne sie sich gut vorstellen, ihren Lebensmittelpunkt nach Harpstedt zu verlegen.

Stillstand kam für Behrens beruflich nie infrage. Nach dem Realschulabschluss besuchte sie die Höhere Handelsschule, begann 1990 ihre Ausbildung zur Verwaltungsfachangestellten und wurde drei Jahre später in das Beamtenverhältnis übernommen. Es folgten das Studium für den gehobenen Dienst, eine mehrjährige Führungskräftefortbildung und schließlich verschiedene Leitungsaufgaben.

Heute steht sie an der Spitze der Fachstelle Teilhabe beim Landkreis Osterholz. Als sie den Bereich 2020 übernahm, gehörten rund 18 Beschäftigte zum Team, inzwischen sind es 35. Neue Strukturen schaffen und Entscheidungen gemeinsam mit Politik und Verwaltung treffen – das gehöre zu ihrem Arbeitsalltag. Wer Verantwortung trage, müsse Entscheidungen klar und transparent treffen. Das sei ihr Anspruch.

Ehrlich, authentisch und zuverlässig – so beschreibt sich Behrens selbst. Freunde und Familie würden vermutlich ihre Geradlinigkeit und ihre Entschlusskraft nennen. Ideen zu entwickeln sei das eine, sie umzusetzen das andere. Beides gehöre für sie zusammen.

Im vergangenen Jahr stellte Behrens ihren Alltag um. Nach Jahren, in denen die Arbeit oft an erster Stelle stand, rückte die eigene Gesundheit wieder stärker in den Fokus. Zunächst gehörten tägliche Laufeinheiten und Spaziergänge dazu, inzwischen zieht sie regelmäßig ihre Bahnen im Wasser. Wenn es die Zeit zulässt, schwimmt sie mindestens 1.000 Meter – mal in Weyhe, mal im Rosenfreibad in Harpstedt. Mit einem Schmunzeln erzählt sie, dass sie dort jedes Mal etwas schneller unterwegs sei. Das Wasser sei einfach „weicher“, sagt sie augenzwinkernd. Ob das tatsächlich der Grund ist oder nicht – die Begeisterung für das Freibad im Flecken ist ihr anzumerken.

Bei Schützenfeiern, Dorffesten und anderen Veranstaltungen sucht sie das Gespräch mit den Bürgern. Für sie sei klar gewesen: Wer bislang kein bekanntes Gesicht in Harpstedt gewesen sei, müsse Präsenz zeigen. „Ich möchte vor Ort sein“, sagt sie. Alles andere müsse in diesen Monaten hinten anstehen.

Den nötigen Rückhalt findet sie in ihrer Familie. Ohne die Unterstützung wäre ihr eigener beruflicher Weg kaum möglich gewesen. „Ohne meine Familie wäre ich heute nicht da, wo ich bin“, sagt Behrens. Besonders eng ist die Verbindung zu ihrer Mutter, die sie lachend als ihre „schärfste Kritikerin“ bezeichnet – und zugleich als ihre größte Unterstützerin. Auch ihre beiden erwachsenen Kinder begleiten ihren Weg bis heute.

Wenn Zeit bleibt, schaut Behrens ihrem Sohn beim Fußball zu oder verfolgt Heimspiele des SV Werder Bremen im Weserstadion. Außerdem hört sie gerne Schlager, besucht den Bremer Freimarkt und greift auf längeren Autofahrten auch mal zu True-Crime-Podcasts. Mehrere freie Tage verbringt sie am liebsten auf Norderney. Und wenn zwischendurch doch einmal eine kleine Pause möglich ist, führt der Weg auch gerne wieder ins Eiscafé Venezia – zu einem Kaffee und zwei Kugeln Orange und Zitrone.

Viel Zeit für solche Auszeiten bleibt momentan allerdings selten. Die Kandidatur für das Amt der Samtgemeindebürgermeisterin bestimmt ihren Alltag. Ausschlaggebend für ihre Bewerbung sei unter anderem die breite politische Unterstützung gewesen. Sie habe darin die Chance gesehen, Verantwortung für eine ganze Samtgemeinde zu übernehmen und ihre langjährige Verwaltungserfahrung einzubringen.

Wer Imke Behrens begegnet, erlebt eine Frau, die ruhig auftritt und klare Worte wählt. Ärgern, sagt sie, sei meist nur unnötige Energieverschwendung. Unehrlichkeit hingegen könne sie nur schwer akzeptieren. Vielleicht beschreibt genau das ihren Charakter am besten: freundlich im Umgang, geradlinig und mit dem Anspruch, Verantwortung zu übernehmen.