HVB-Chefin Martina Baden: Nach Hausdurchsuchung „schnell wieder in Rhythmus gefunden“
Stand: 16.07.2026, 18:04 Uhr

Die Heiligenhafener Verkehrsbetriebe (HVB) haben seit Ende Mai turbulente Wochen hinter sich. Als bekannt wurde, dass die Lübecker Staatsanwaltschaft gegen den mittlerweile im Ruhestand befindlichen früheren Geschäftsführer ermittelt (wir berichteten), waren alle Augen im Nordkreis auf Heiligenhafen gerichtet.
Heiligenhafen – Joachim Gabriel hat nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe am 31. Mai, die im Zusammenhang mit der Finanzierung und dem Betrieb des Musuemshafens stehen, seine Arbeit nicht wieder aufgenommen. Eine E-Mail der HP-Redaktion ließ der frühere Geschäftsführer bis heute unbeantwortet, seit 1. Juli befindet sich der Ex-HVB-Chef offiziell im Ruhestand. Mittlerweile hat seit fast zwei Wochen seine Nachfolgerin Martina Baden das Zepter übernommen und fungiert offiziell als neue Geschäftsführerin der HVB. Die HP stellte der 58-Jährigen zum Einstand fünf Fragen.
HP: „Ihre Einarbeitungszeit war ab Woche fünf sicherlich turbulent, weil es bekanntlich eine polizeiliche Durchsuchung im HVB-Gebäude gab und gegen Ihren Vorgänger ermittelt wurde und wird. Wie hat diese Zeit Ihren Start in Heiligenhafen beeinflusst?“
Martina Baden: „Wir haben uns als Team schnell auf die Situation einstellen müssen. In der Woche haben wir uns auf das Thema fokussiert, aber dann haben wir schnell wieder in einen Rhythmus gefunden, der mir die Einarbeitung ermöglichte.“
HP: „Gab es dennoch genügend Zeit zur Einarbeitung? Waren vier Wochen an der Seite von Herrn Gabriel ausreichend, um vollumfänglich in alle Themenfelder eingearbeitet zu werden?“
Martina Baden: „Die Einarbeitung in die Geschäftsführung bedarf grundsätzlich mehrerer Monate, und einige Themen kommen vielleicht auch erst im nächsten Jahr auf mich zu. In den vier Wochen konnte ich von Herrn Gabriel viel erfahren über die Hintergründe einzelner Projekte, seine Erfahrungen bei der Umsetzung und auch die grundsätzliche Ausrichtung des Unternehmens.“

HP: „Wie war der Kontakt zu Herrn Gabriel ab Juni? Gab es weiterhin einen Austausch zwischen Ihnen? Ursprünglich war der Wunsch der Stadtvertretung gewesen, dass ein Nachfolger mindestens sechs Monate lang eingearbeitet werden sollte.“
Martina Baden: „Herr Gabriel und ich tauschen uns regelmäßig aus.“
HP: „Welche Projekte haben Sie aktuell auf dem Schreibtisch, die Priorität genießen? Vielleicht können Sie einen kleinen Einblick in Ihren aktuellen Arbeitsalltag geben.“
Martina Baden: „Im Moment beschäftigt uns der Jahresabschluss 2025. Wir arbeiten an dem Wohnbauprojekt ‚Tränkeplatz‘ und bereiten das Projekt ‚Dünenkurpark‘ für die nächsten Schritte vor. Da wir mitten in der Sommersaison sind, tausche ich mich dazu regelmäßig mit meinen Kolleginnen und Kollegen aus, um mir Detailwissen anzueignen.“
HP: „Wollen Sie in Zukunft das Projekt ‚Kulturdeck‘ im Kommunalhafen noch einmal in einer abgespeckteren Version aufgreifen oder liegt der Fokus zukünftig auf einem Wirtschaftshafen? Beschäftigen Sie sich in Absprache mit der LEV mit einer Hafenvertiefung, die bereits bei Herrn Gabriel Thema war?“
Martina Baden: „Wir haben aus der Politik die eindeutige Botschaft erhalten, dass das Projekt ‚Kulturdeck‘ nicht gewünscht ist. Wie die Zukunft des Kommunalhafens aussehen wird, werden wir sicherlich in den nächsten Monaten besprechen müssen. Derzeit ist es ein Thema von vielen, die wir im Rahmen einer nicht nur touristischen Weiterentwicklung der Stadt beleuchten.“