Heiligenhafener Ortsteil ist abgeschnitten vom ÖPNV

Stand: 20.07.2026, 17:40 Uhr

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Diesen Weg müssen die Einwohner des kleinen Ortsteils nehmen, wenn sie von ihrer Bushaltestelle zu ihren Häusern wollen. Doch selbst für Fußgänger ist kein Durchkommen möglich.

Diesen Weg müssen die Einwohner des kleinen Ortsteils nehmen, wenn sie von ihrer Bushaltestelle zu ihren Häusern wollen. Doch selbst für Fußgänger ist kein Durchkommen möglich. © Rahlf

Die Infrastruktur von Strandhusen erfährt durch die Kanal- und Straßensanierung für rund 4,5 Millionen Euro eine enorme Aufwertung. Kehrseite der Medaille ist, dass der Ortsteil während der Bauphase vom ÖPNV, der an der Kreisstraße hält, abgeschnitten ist. Es ist den Einwohnern des Ortsteils schlichtweg nicht möglich, die Kreisstraße zu erreichen, da alle Wege entlang des alten Bahndamms abgesperrt wurden.

Heiligenhafen – „Ich habe die Stadt mehrfach auf diesen Umstand hingewiesen, doch von einem Lösungsansatz ist man im Rathaus ganz weit entfernt“, bemängelte der Strandhusener Gerhard Keil, der ergänzte: „Hier wohnen viele ältere Einwohner, die auf einen Bus angewiesen sind, wenn sie Besorgungen oder Arztbesuche machen wollen.“

Bereits vor Jahren sei der direkte Busverkehr für Strandhusen gestrichen worden, obwohl ein Bus bis Ortmühle fahre und nur rund 1200 Meter weiterfahren müsste, kritisiert Keil. „Für den Übergang wäre die Wiederaufnahme der alten Busverbindung eine Lösung – oder aber ein Anrufbus, wie es ihn in vielen anderen Städten und Gemeinden seit Jahren auch gibt.“

Gleichzeitig betonte Keil, dass er die Baumaßnahmen im Ort keinesfalls ablehne. „Wir freuen uns alle sehr und sind dankbar, dennoch wäre ein Entgegenkommen im Sinne der älteren Einwohnerschaft wünschenswert.“ Aktuell wird damit gerechnet, dass die Arbeiten für den zweiten Bauabschnitt der Kanal- und Straßensanierung noch bis Sommer 2027 andauern werden.

Kuno Brandt kassiert Korb vom Kreis Ostholstein

Während Gerhard Keil aus dem Heiligenhafener Bauamt bislang nur Absagen auf seine Vorschläge kassiert hat, hat die HP Bürgermeister Kuno Brandt (parteilos) kontaktiert. „Ich verstehe die Einwände, aber gemeinsam mit der Firma Gollan wurde geprüft, ob ein sicherer Fußweg entlang des Baufeldes eingerichtet werden kann. Das wurde verneint, das Risiko ist zu groß.“ Die frühere Busverbindung, die bis zum Strandhusener Wendehammer führte, sei damals aufgrund zu geringer Fahrgastzahlen eingestellt worden, so Brandt. „Ich habe bezüglich einer temporären Wiederaufnahme beim Kreis angefragt, aber eine Absage erhalten. Es sei schlichtweg nicht möglich, die Taktung der Anschlussverbindungen würde durcheinandergeraten“, berichtete der Bürgermeister. Er stellte derweil in Aussicht, noch einmal Kontakt mit dem Kreis aufnehmen zu wollen, um explizit über die Linie 1 zu sprechen. Ein Anrufbus sei unterdessen keine Lösung, mit der die Stadt arbeiten wolle. „Ein Fahrzeug und Personal vorzuhalten, das steht in keinem finanziellen Verhältnis“, so Brandt.