Heißer Sommer: Wasser zu warm zum Schwimmen? Wie die Freibäder in der Region das verhindern
Heißer Sommer Wasser zu warm zum Schwimmen? Wie die Freibäder in der Region das verhindern
Region Trier · Das Freibad in Grevenmacher musste Ende Juni für kurze Zeit schließen. Das Wasser in den Becken war zu warm geworden. Könnte das auch in anderen Bädern in der Region passieren?
11.07.2026 , 10:24 Uhr
Plantschen trotz Hitze: Die Trierer Freibäder sind laut den Stadtwerken auf hohe Temperaturen vorbereitet.
Foto: Friedemann Vetter
Die jüngste Hitzewelle ist noch nicht lange her, da steht die nächste schon vor der Tür. Was macht man da, um sich abzukühlen? Na klar, ins Freibad gehen! Aber was, wenn es selbst dafür zu heiß wird? So war es in Grevenmacher in Luxemburg, wo sich das Wasser Ende Juni so stark aufgeheizt hatte, dass das Freibad sogar für zwei Tage schließen musste.
Freibad in Grevenmacher: Schließung wegen Bakterien-Gefahr
„Wir hatten während der letzten Hitzewelle täglich um die 2.000 Gäste“, sagt Mitarbeiterin Christiane Konz. „Bei 40 Grad Außentemperatur und sehr vielen Menschen im Wasser kamen die Umwälzpumpen, die das Wasser kühl halten, an ihre Grenzen.“ Wie die Mitarbeiterin erklärt, ist das Bad in Grevenmacher ein Naturfreibad. Das könne bei zu hohen Temperaturen ähnlich wie ein See „kippen“, was zu einer Vermehrung von Bakterien und Algen führe. Deshalb musste das Freibad für zwei Tage die Notbremse ziehen.
Das soll aber nicht noch einmal vorkommen, sagt Konz: „Wir haben das Wasser um zwei Grad heruntergekühlt, damit wir diesen Sommer nicht noch einmal in so eine Situation kommen.“ In Grevenmacher ist man jetzt also vorbereitet. Aber wie sieht das in den anderen Freibädern der Region aus? Könnte es dort zu ähnlichen Problemen kommen?
Warmes Wasser bei Hitzewellen: Stadtwerke geben für die Freibäder in Trier Entwarnung
Für das Nord- und das Südbad in Trier gibt Christian Riebold von den Stadtwerken (SWT) Entwarnung: „Seit die SWT die Freibäder in Trier betreuen, also seit 2021, kam es zu keiner Schließung wegen zu warmem Wasser. Wir arbeiten mit modernen Wasseraufbereitungsanlagen in Kombination mit verschiedenen chemischen Zusätzen.“ Die Freibäder in Trier können daher laut Riebold nicht kippen.
„Unsere Technik ist auch auf längere Hitzeperioden ausgelegt“, erklärt er weiter. „Wir kontrollieren täglich unser Wasser und ergreifen sofort Gegenmaßnahmen, wenn die Werte bestimmte Bereiche zu verlassen drohen. Von daher gehen wir auch zukünftig nicht von einer Schließung wegen zu warmem Wasser aus.“ Bei Bedarf könne auch kühles Wasser zugeführt werden.
Wie sieht es beim Freibad in Schweich aus? Jannik Schmitt von den Verbandsgemeindewerken erklärt: „Soweit ich weiß, ist es bei uns auch noch nie zu einer Schließung wegen zu warmem Wasser gekommen.“ Wie gut Freibäder mit extremen Hitzewellen zurechtkommen, hängt laut Schmitt eng mit der Leistungsfähigkeit der Umwälzpumpen zusammen. „Die werden natürlich stärker beansprucht, je wärmer es ist. Wir haben in Schweich eine hochwertige Anlage, die auch bei hohen Temperaturen gut zurechtkommt, weshalb ich mir keine Sorgen wegen einer möglichen Schließung mache.“
Freibäder in Hermeskeil, Leiwen und Saarburg-Kell halten Schließungen für unwahrscheinlich
Bademeister Fabian Schach vom Freibad in Hermeskeil sagt: „Wir sind kein Naturfreibad und müssen uns daher keine Gedanken darüber machen, dass es bei uns zu einem Fall wie in Grevenmacher kommen könnte. Zudem haben wir ein reines Edelstahlbecken, das sich nicht ganz so schnell erhitzt.“ Für das Panoramabad in Leiwen gibt eine erfahrene Mitarbeiterin Auskunft: „Ich arbeite jetzt seit 23 Jahren hier und habe noch nie erlebt, dass wir wegen zu warmem Wasser geschlossen hatten. Wir prüfen jeden Tag streng die Wasserqualität und halten immer die Anforderungen ein.“
Frank Weilerswist, Pressesprecher der Verbandsgemeinde Saarburg-Kell, hält ein Szenario wie in Grevenmacher auch für die Freibäder in Saarburg und Kell am See für unwahrscheinlich. „Sowohl die Wassertemperatur als auch die technischen Anlagen in den Freibädern werden streng überwacht. Durch das Spülen der Filteranlagen und das Einbringen von Frischwasser kann die Wassertemperatur bei Bedarf heruntergekühlt werden.“
Kylltalbad in Kordel: Einlass-Stopp wegen zu vielen Besuchern
Über Schließungen wegen zu warmem Wasser machen sich die Freibäder in der Region also wenig Gedanken. Dass es trotzdem Probleme geben kann, wenn das Besucheraufkommen zu hoch ist, zeigt ein Vorfall am Kylltalbad in Kordel. Dort konnten am 21. Juni vorübergehend keine Gäste mehr hineingelassen werden. Laut Laura Rreci von der Verbandsgemeinde Trier-Land war diese Maßnahme notwendig, um das Wohl der Badegäste zu gewährleisten.
Grund dafür seien die strengen Anforderungen zur Wasserqualität. „Die hohen Temperaturen und die erhöhten Besucherzahlen können unter Umständen dazu führen, dass die erlaubten Grenzwerte zeitweise überschritten werden. Besonders an heißen Tagen mit vielen Besuchern können die Werte trotz intensiver Bemühungen nicht eingehalten werden.“
Was man dagegen tun kann? Laut Rreci kann jeder mithelfen. „Auch die Badegäste können durch ihr Verhalten zur Wasserqualität beitragen, denn das Duschen vor dem Baden reduziert organische Verunreinigungen im Beckenwasser massiv. Unser Ziel ist es, dass sich die Besucher und Besucherinnen im Kylltalbad wohlfühlen.“