Großer Schritt für Berger Kino
Stand: 13.07.2026, 16:37 Uhr
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Besetzung endet, Planung beginnt / Workshops mit Nachbarschaft

Das Projekt zur Neugestaltung und -nutzung des seit März 2024 besetzten Berger Kinos nahe Bornheim-Mitte hat eine wichtige Hürde genommen: Nach einer Einigung mit dem Vermieter und einer Förderung durch den Fonds Soziokultur kann nun die konkrete Planung für die Wiedereröffnung des Kinos beginnen.
Johannes Bietz vom Verein Kinokollektivkino, der aus dem Besetzerkollektiv hervorgegangen ist, stellt zwar fest: „Von einem langfristigen Mietvertrag sind wir noch weit entfernt.“ Dennoch ist die Freude groß. Der Verein teilt mit: „Damit ist die Besetzung des Berger Kinos erfolgreich beendet und die langfristige Wiederbelebung des für Frankfurt bedeutenden Kinos kann beginnen.“ Was das genau bedeutet, erklärt Ruth Wild, Bietz‘ Kollegin im Vereinsvorstand. Zum einen werde man sich jetzt anschauen, was baulich an dem Gebäude in der Berger Straße 175 gemacht werden müsse. 2020 hatte der damalige Betreiber des Kinos Insolvenz angemeldet, während der Corona-Pandemie wurde das Gebäude als Testzentrum genutzt, seitdem stand es leer.
Für die baulichen Fragen hat das Kollektiv mit der Architektin und Architektur-Professorin Gabu Heindl und dem Frankfurter Architekturbüro In_Design Fachleute gewinnen können, die die geplanten Renovierungsarbeiten begleiten. Gabu Heindl sieht in dem Kino einen „wichtigen Begegnungsort“, für den „wir mit und für Menschen aus dem Stadtteil ein Konzept entwickeln wollen, das diesen zentralen Ort wieder zugänglich macht“.
Damit spricht die Architektin die zweite Säule der kommenden Planungsphase an: die Einbeziehung der Menschen vor Ort. „Wir wollen im kommenden Jahr Workshops anbieten für die Nachbarn und Nachbarinnen“, erläutert Ruth Wild. „Dabei wollen wir in Erfahrung bringen, was sich die Anwohner und Anwohnerinnen konkret wünschen.“ Sie sollen die Gestaltung mitplanen und von Anfang einbezogen werden. Denn „wir wollen kein Kollektiv sein, das den Menschen hier ein Kino baut. Sie sollen mit entscheiden.“
Dass sie das zahlreich tun werden, davon ist Johannes Bietz überzeugt. Bei den Open-Air-Veranstaltungen, die regelmäßig am Uhrtürmchen stattfinden, kämen immer wieder Besucher und Besucherinnen mit Anfragen zu konkreten Themen oder Filmen. Und so soll aus dem einstigen Kino ein Treffpunkt für den Stadtteil werden, „mit Raum für Filmfestivals, partizipatives Kino, Kinderprogramm und Subkultur“. Parallel laufen Gespräche mit dem Eigentümer über einen langfristigen Vertrag weiter. „Den wollen wir so schnell wie möglich in der Tasche haben“, hoffen Wild und Bietz. Dann gehe die Arbeit erst richtig los, auch in Bezug auf weitere Fördergelder.
Der Eigentümer blickt optimistisch in die Zukunft: „Die Planung läuft jetzt, mit dem Ziel, das Kino wieder aufzumachen“, sagt Hermann Steib, der auch Ortsvorsteher in Bornheim ist. „Wenn mit der Planung alles klappt, könnte es danach zu einem Vertrag kommen.“