George Russell "nicht gut genug"? Lando Norris erklärt Fahrstil-Probleme

(Motorsport-Total.com) - Vor dem Großen Preis von Ungarn hat George Russell nicht nur mit den Eigenschaften des W13, sondern vor allem mit der Form seines Teamkollegen Kimi Antonelli zu kämpfen. Der 19-Jährige liegt in der WM-Wertung 50 Punkte vor dem erfahreneren der beiden Mercedes-Piloten. Dabei sind laut Lando Norris Formel-1-Fahrer, die in der Weltspitze nicht in der Lage sind, sich auf neue Gegebenheiten einzustellen, schlichtweg nicht gut genug.

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Lando Norris zeigt für die Probleme seiner Kollegen nur wenig Verständnis Zoom

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"Nun, ich musste meinen Fahrstil jedes Jahr meines Lebens anpassen", so Norris in Ungarn. Auch die Formel 1 2026 erfordert von den Piloten die Fähigkeit, sich auf völlig neue Eigenheiten einzulassen und sich an die Anforderungen der komplexen Power-Units anzupassen. Dabei missfällt vielen im Feld die oftmals willkürliche Natur der Hybridmotoren.

"Ich nehme an, für [Russell] hat dieser Fahrstil 20 Jahre lang funktioniert", erklärt Norris. "Für mich eben nicht. Mein Fahrstil hat 2018 funktioniert, als ich mein Testjahr absolviert habe. Das war's dann aber auch. Seitdem musste ich mich immer anpassen."

In der Fahrerwertung liegt der amtierende Weltmeister nach dem Rennwochenende in Spa auf dem fünften Platz, elf Punkte vor seinem Teamkollegen Oscar Piastri. Im Qualifying-Duell dominiert Norris seinen letztjährigen WM-Konkurrenten hingegen mit 10 zu 4. Und glaubt man den Worten von McLaren-Teamchef Andrea Stella, dann hat auch Piastri große Probleme damit, sich an die Fahrweise der aktuellen Boliden anzupassen.

"Je mehr Erfahrung du in der Formel 1 hast, desto besser solltest du [auf solche Dinge] vorbereitet sein", erklärt Norris. "Wenn du nicht bereit bist, dich auf ein anderes Auto einzustellen, dann bist du einfach nicht gut genug. Das ist schließlich unser Job, dafür bekommen wir Millionen."

"Es geht darum", so Norris, "das Auto zu fahren, das dir zur Verfügung gestellt wird. Dabei ist es egal, ob es ein gutes, ein schlechtes, ein einfaches oder ein schwieriges [Auto] ist. Das musst du einfach machen."

Norris selbst hatte in der ersten Saisonhälfte 2025 vor allem im Qualifying mit seinem McLaren zu kämpfen. Erst im Laufe des Jahres gelang es dem späteren Weltmeister, sich mit Hilfe des Teams auf den MCL39 einzustellen.

In dieser Saison dient Ferrari-Pilot Charles Leclerc als Paradebeispiel für diese Entwicklung. So gelang es "Il Predestinato" vor dem Grand Prix von Großbritannien, eine Lösung für seine Probleme mit dem SF-26 zu finden. Seither konnte Leclerc zweimal in Folge unter die Top 3 fahren und den Großen Preis von Großbritannien sogar gewinnen.

"Aktuell muss ich bei jedem Rennen das vorangegangene Wochenende komplett vergessen", so Norris zu den Boliden des Jahrgangs 2026. "Ich muss (immer wieder) lernen, ein neues Auto zu fahren, so ist das für uns eben."

"Jeder Fahrer ist anders. Aber für mich ging es in meiner gesamten Formel-1-Karriere immer darum, wie ich meinen Fahrstil von Saison zu Saison anpassen kann."

2026 stellt für die Fahrer aufgrund der neuen Power-Units eine ganz besondere Herausforderung dar. So ist nicht nur der Gasfuß der Piloten für die verfügbare Power verantwortlich, sondern auch der Einsatz von KI-Technologie. Folglich beschreiben Piloten wie Piastri das Fahrgefühl als seltsam und sprechen davon, dass oftmals der Computer und nicht der Fahrer über Erfolg oder Misserfolg entscheidet.

Dennoch betont Norris in Ungarn, dass die Fahrer weiterhin den Unterschied ausmachen und beispielsweise in Kurvenkombinationen Zeit finden können. Spa-Francorchamps oder Silverstone wären dafür weniger geeignet, als beispielsweise das "Monaco ohne Leitplanken" in Budapest.

"Einige Kurven sind an diesem Wochenende größer als noch in der Vergangenheit", erklärt Norris. "Schließlich ist die Spitzengeschwindigkeit vor den Kurven 11 und 4 höher als in der letzten Saison, und das mit weniger Grip."

"Es ist also fast das Gegenteil", so die Einschätzung des Weltmeisters. "Es ist als guter Fahrer eine noch größere Chance, den Unterschied auszumachen."

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Für Russell dürfte das Ergebnis beim letzten Stopp vor der Formel-1-Sommerpause nicht nur von seinem Fahrstil abhängen. So hatte der Drittplatzierte in der Fahrer-Weltmeisterschaft zuletzt mit Deployment-Problemen zu kämpfen. Teamkollege Antonelli war sich nach seinem Sieg in Belgien sicher, dass das Team bis zum Rennen auf dem Hungaroring in der Lage sein würde, diesen Fehler zu beheben.