Gefahr durch Ertrinken: NRW an der traurigen Spitze – So viele Badetote gab es im Juni
Gefahr durch Ertrinken NRW an der traurigen Spitze – So viele Badetote gab es im Juni
12.07.2026 · 07:27 Uhr
Die DLRG schätzt den Rhein als eines der gefährlichsten Gewässer Deutschlands für Schwimmer ein. (Archivbild)
Foto: Thomas Banneyer/dpa
Düsseldorf/Bad Nenndorf · Rekordzahl an Badetoten: Während der Hitzewochen im Juni forderten unterschätzte Strömungen, Fehleinschätzung und Alkohol in NRW viele Opfer. In keinem anderen Bundesland waren es mehr.
Die Zahl der Badetoten in Nordrhein-Westfalen ist im Hitzemonat Juni im Vergleich zum Vorjahr deutlich größer geworden. Während es in dem Monat 2025 noch 12 tödliche Unfälle im Wasser gab, zählte die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) jetzt im Juni 22 Badetote. Das ist ein Anstieg um über 80 Prozent. In keinem anderen Bundesland zählte die DLRG in diesem Zeitraum mit der Rekordhitze mehr Opfer.
Konsequenz Badeverbot im Rhein
Die DLRG schätzte die vielbefahrene Wasserstraße als eines der gefährlichsten Gewässer Deutschlands für Schwimmer ein. Seit vergangenem Sommer hatten zahlreiche Städte und Kreise am Rhein deshalb ein Badeverbot für den Fluss ausgesprochen.
Die ersten kommunalen Maßnahmen griffen ab Mitte August 2025. Ob das Badeverbot einen Effekt auf die Zahl der Badetoten hat, lasse sich deshalb erst nach der aktuellen Saison beurteilen, betonte ein Sprecher der DLRG Nordrhein. „Die Leute suchen sich in Teilen andere Wasserflächen und da steigen die Zahlen dann wiederum“, sagte er weiter.
Wer gegen das Verbot verstößt, muss mit einem Bußgeld von bis zu 1.000 Euro rechnen. Als Baden gilt schon das knöcheltiefe Waten im Wasser. Wie die Stadt Düsseldorf mitteilte, überprüfe dort das Ordnungsamt etwa am Wochenende verschiedene Uferbereiche.
Deutschland: So viele Badetote wie seit 20 Jahren nicht mehr
Bundesweit gab es im vergangenen Monat den Angaben nach mindestens 99 Badetote. So viele Menschen ertranken seit über 20 Jahren in keinem Juni mehr. Zuletzt wurden nur im Hitzesommer 2003 mit 107 verunglückten Menschen mehr Badetote im Monat Juni gezählt.
Viele Menschen würden die Gefahr von Strömung und Temperaturunterschieden im Wasser unterschätzen, betonte die DLRG. Hinzu komme oftmals eine Fehleinschätzung der eigenen Fähigkeiten und mitunter der Einfluss von Alkohol.
Die DLRG rät, grundsätzlich nur an geeigneten und bewachten Stellen baden zu gehen - und dabei die eigene Leistungsfähigkeit realistisch einzuschätzen. In der Nähe von Wasser müssten Kinder zudem stets aufmerksam beaufsichtigt werden. Auf Alkohol sollte im und am Wasser verzichtet werden.
© dpa-infocom, dpa:260712-930-371353/1
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