Fußballtalente von morgen: Neues Nachwuchszentrum für 180 Spieler
Von Vanessa Halla
Daniel Seper ist elf Jahre alt und hat viel vor. „Ich möchte einmal für den FC Barcelona spielen.“ Seinem U12-Teamkollegen Mohammed Baqeri ist der Club der Zukunft noch recht egal, denn: Seit wenigen Wochen kann er in seiner Heimatstadt Oberwart auf einem „sehr coolen Fußballplatz mit super Rasen“ spielen.
Gemeint ist das neue Fußballjugendsportzentrum der SV Oberwart (SVO). Mit zwei bundesliga-tauglichen Trainingsplätzen, moderner Infrastruktur und kurzen Wegen bietet die neue Heimat optimale Bedingungen für den Nachwuchs des südburgenländischen Regionalligisten.
„Es war uns wichtig, jungen Menschen bestmögliche Bedingungen für den Sport zu bieten“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. Grund für den Bau des neuen Fußballjugendsportzentrums war der steigende Platzbedarf. Der SV Oberwart zählt inzwischen 13 Nachwuchsmannschaften, die bestehenden Trainingsflächen reichten nicht mehr aus.
Platz für die Zukunft
Innerhalb eines Jahres entstand gegenüber dem bestehenden Stadion entlang der Pinka eine neue Sportanlage mit zwei Trainingsplätzen auf höchstem Niveau: ein Naturrasenplatz und ein ganzjährig bespielbarer Kunstrasenplatz mit moderner Korkfüllung. Dazu kommen vier Mannschaftskabinen, Umkleiden, Technik- und Platzwartraum, WC-Anlagen sowie eine Kantine mit Dachterrasse. Die Stadt Oberwart investierte rund zwei Millionen Euro in das Projekt. Eine Förderung des Landes gab es laut Rosner nicht.

Neue Plätze, große Ziele: In Oberwart entstand ein sportliches Zuhause für junge Fußballtalente.
Seit dem Frühjahr ist der SVO Pächter der Anlage und übernimmt die Bewirtschaftung. Dieses Modell praktiziert die Stadt bereits bei anderen Sportstätten. „Die Vereine kümmern sich selbst um den Betrieb. Dadurch spart sich die Gemeinde eigenes Personal und damit verbundene Kosten“, erklärt Rosner.
Für den SV Oberwart bedeutet das neue Nachwuchszentrum einen entscheidenden Entwicklungsschritt. Nachwuchsleiter Raphael Horn spricht von einem „sportlichen Zuhause“ für die jungen Fußballer. „Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen einen festen Bezugspunkt zu geben, an dem sie sich sportlich, menschlich und persönlich entwickeln können“, sagt Horn. Mehr als 160 Kinder und Jugendliche trainieren derzeit in 13 Nachwuchsmannschaften. Gemeinsam mit der Kampfmannschaft nutzen rund 180 Spieler regelmäßig die neue Infrastruktur.
Trainingsengpass entschärft
Der Nachwuchsbereich ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Bisher musste auf mehrere Standorte ausgewichen werden, der frühere Trainingsplatz neben dem Krankenhaus entsprach laut Raphael Horn längst nicht mehr den Anforderungen. Mit der neuen Anlage seien Organisation und Trainingsqualität deutlich verbessert worden. Der große Zulauf zeigt jedoch, dass der Bedarf weiter steigt. „Von Montag bis Freitag sind die Plätze am Nachmittag bereits vollständig ausgelastet“, berichtet der Nachwuchstrainer.
Mehr als 160 Kinder trainieren bereits auf der Anlage.
Schon jetzt fanden auf der neuen Anlage nationale und internationale Nachwuchsturniere sowie Leistungsvergleiche statt. Gemeinsam mit der Talenteschmiede des Burgenländischen Fußballverbandes soll das Zentrum langfristig zur Ausbildungsstätte für junge Fußballtalente aus dem gesamten Bezirk werden.
Zu einem ersten Saisonhöhepunkt für die Kampfmannschaft der SVO kommt es heute in der ersten Runde des ÖFB-Cups. Um 18 Uhr gastiert der FC Red Bull Salzburg im Informstadion, volle Ränge sind bei diesem Schlager garantiert. Und vielleicht ist ja sogar eine kleine Sensation möglich. Die würde die Nachwuchskicker nämlich noch stärker motivieren.
kurier.at, VH | 25.07.2026, 5:05