Friedrich von Heydebrand geht nach 33 Jahren in Ruhestand
Stand: 28.07.2026, 06:30 Uhr
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Der Leiter der Teichwirtschaft Ahlhorn verlässt den Betrieb. Seine Frau Silvia will nun eine Honigproduktion aufbauen.
Ahlhorn – Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem man auch den Traumberuf an den Nagel hängt. Bei Friedrich von Heydebrand ist dies nun bald der Fall: Nach rund 33 Jahren geht der Leiter der Teichwirtschaft Ahlhorn in den Ruhestand. Sein Nachfolger wird Fischwirtschaftsmeister André Albers.
Obwohl er in eine Försterfamilie geboren wurde, sei dem jungen von Heydebrand früh klar gewesen, dass er später mal etwas anderes machen wollte, berichten die Landesforsten. „Meine Passion fürs Fischen wurde sehr früh geweckt. Als ich neun Jahre alt war, wurde mein Vater nach Munster versetzt, wo es in einem Forstrevier zahlreiche Teiche und Bäche gab. Der zuständige Revierförster nahm mich oft mit, und mit zwölf Jahren hatte ich schon meinen eigenen Fischteich.“
Nach der Schule folgte 1978 die Ausbildung zum Fischwirt in der Nähe von Celle. Nach zweieinhalbjähriger Bundeswehrzeit und einem Jahr Agrarwirtschaft an der Fachoberschule in Ebstorf habe von Heydebrand in einem Forellenbetrieb in Amelinghausen seine erste Stelle als Geselle angetreten, heißt es in der Mitteilung weiter. Daran schlossen sich zwei Jahre in einer Forellenzucht bei Göttingen an. 1988 nahm er eine Stelle in Wildeshausen bei einer Firma an, die weltweit Indooranlagen für Fischzuchten baute, bewirtschaftete und verkaufte. „Damals war ich auch auf Montage, unter anderem in der Schweiz. In dieser Zeit machte ich zudem meinen Meister“, schildert der 66-Jährige.
Sein Wunsch sei aber immer gewesen, eine eigene Fischzucht zu leiten, so die Landesforsten weiter. Diese Gelegenheit sollte sich 1993 ergeben. „Es war ein Traum. Die ganze Teichwirtschaft war in die Jahre gekommen. Vom Forstamt bekam ich einen großen Gestaltungsspielraum. Geld stand nach einer Umstellung der Finanzmittelzuweisung zur Verfügung“, berichtet der angehende Ruheständler. So wurden damals über 20 Hektar Teiche saniert, rund zwei Kilometer Dämme neu aufgesetzt und annähernd über 100 „Betonmönche“ (Ein- und Auslässe der Teiche) neu eingebaut.
Das war aber noch nicht alles, ist dem Bericht weiter zu entnehmen: Mit der Gründung der Landesforsten 2005 erhielt die Sanierung der Teichwirtschaft weiteren Vortrieb. „2007 konnten wir den Hofladen, Fischverarbeitung und Räucherei eröffnen. Damit haben wir, neben dem Verkauf von Besatzfischen, neue Absatzwege für unsere veredelten Produkte erschlossen“, berichtet von Heydebrand. Dazu gehört mittlerweile auch das Angebot an Wildprodukten. In den Ahlhorner Fischteichen werden jährlich etwa 60.000 Forellen sowie bis zu 100.000 kleine Karpfen bis zur fang- und küchenfertigen Größe aufgezogen. Hinzu kommen Schleien, Rotaugen und Hechte.
2012 schloss der Betrieb die Gestaltung des Hofgeländes ab. „Ein I-Tüpfelchen ist das sanierte ,Alte Hälterhaus‘. Es zeigt in einer Ausstellung die Arbeit in der Teichwirtschaft aus vergangener Zeit“, schwärmt der Fischwirtmeister rückblickend. Mit der Ausrufung der „Modellregion Ahlhorner Fischteiche“ 2025 bekommt der Schutzgedanke in der Teichwirtschaft mehr Raum. „Die Bewirtschaftung, das Befüllen und Ablassen der Teiche dient gleichzeitig dem Naturschutz und der Bewahrung der kostbaren Ressource Wasser“, so von Heydebrand.
Wichtig ist es dem Fischwirtmeister, die stets gute Teamarbeit zu betonen: „So ein Betrieb ist immer ein Gemeinschaftsprojekt. Das hat all die Jahre hindurch immer gut funktioniert.“ Auf die vergangenen 33 Jahre zurückblickend, resümiert er: „Ich hab‘s super gerne gemacht!“ – und wünscht seinem Nachfolger und dessen Team viel Erfolg.
Zusammen mit Friedrich von Heydebrand verlässt auch seine Frau Silvia den Betrieb. Sie hat den Hofladen geführt. „Meine Frau ist eigentlich Berufsimkerin. Dieser Leidenschaft will sie wieder mehr nachgehen und eine Honigproduktion und -vermarktung in Ahlhorn aufbauen. Ich habe jetzt mehr Zeit und unterstütze sie dabei“, blickt er neuen Aufgaben entgegen.