Formel 1: Antonelli gewinnt spannendes Rennen in Spa
Großer Preis von Belgien Antonelli gewinnt spannendes Rennen in Spa
Stand: 19.07.2026 • 17:18 Uhr
Zwei frühe Crashs und jede Menge Überholmanöver haben den Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps spannend gemacht. Kimi Antonelli im Mercedes setzte sich am Sonntag (19.07.2026) letztlich im Duell mit Charles Leclerc (Ferrari) durch. Rang drei sicherte sich Max Verstappen im Red Bull.
"Es ist schön, nach ein paar schwierigen Wochenenden wieder ganz oben auf dem Podest zu stehen", sagte Antonelli nach seinem sechsten Saisonsieg, mit dem er seine WM-Führung ausbaute. Zuletzt wurde er mehrfach von Defekten heimgesucht, am Selbstbewusstsein des unbeschwerten Teenagers rüttelte es nicht. "Das Momentum war immer da", sagte er: "Es ging um die Ergebnisse. Man muss einfach jede Gelegenheit nutzen, weil es so leicht in die eine oder die andere Richtung gehen kann." Leclerc ärgerte sich: "Es war ein enges Rennen, ich hatte leider über mehrere Runden Probleme mit der Vorderachse."
Früher Crash - Hamilton drängt Russell raus
Das Rennen begann bereits spektakulär. Antonelli kam eigentlich ordentlich aus den Startlöchern, doch nach zwei Kurven schoss Verstappen an ihm vorbei. Der Niederländer konnte die Pace aber nicht halten und musste noch innerhalb der ersten Runde Antonelli und in dessen Schlepptau auch noch Leclerc vorbeiziehen lassen.
In Kurve sechs knallte es bereits zum ersten Mal. George Russell im zweiten Mercedes verlor zunächst ein wenig an Tempo und fiel hinter die beiden Ferrari zurück. Mit einem späten Bremsmanöver wollte sich Russel dann wieder an Lewis Hamilton vorbeidrängeln, doch der achtmalige Weltmeister wehrte sich. Es kam zur Berührung, Russell drehte sich von der Strecke und kam im Kiesbett zum Stehen. Frühes Rennende für den bis vor dem Rennen Zweitplatzierten in der WM-Wertung und erster Einsatz des Safetycars.
Als das Rennen wieder freigegeben war, dauerte es nicht lange bis zum nächsten Blechschaden. Oscar Piastri im McLaren hing für längere Zeit Leclerc im Heck, dann kam es zur Berühurung. Piastri beschwerte sich über Funk, dass der Ferrari ihm nicht genug Platz gelassen habe, es flogen auch ein paar Teile der Karosserie beider Autos durch die Gegend, doch sowohl Piastri als auch Leclerc konnten das Rennen fortsetzen.
Viel Arbeit für die Rennleitung - und eine Strafe
Die Jury hatte in dieser Phase jede Menge Arbeit, sie überprüften die beiden Crashs und auch noch einen Vorfall mit Esteban Ocon im Haas aus der Startphase, der von Alex Albon im Williams touchiert worden war. Während dieser kleinere Vorfall und auch das Duell zwischen Leclerc und Piastri als "normale Rennunfälle" gewertet wurden und folgenlos blieben, bekam Hamilton für den Russell-Abschuss eine Fünf-Sekunden-Strafe aufgedrückt.
An der Spitze des Feldes ging es weiter spannend zu. Antonelli führte lange, musste aber kurz vor Halbzeit des Rennens im Wirren um Boxenstopps und ein Virtual Safetycar Leclerc und Lando Norris im McLaren vorbeilassen. An Norris arbeitete sich Antonelli dann lange Zeit ab, ehe es in der 26. Runde soweit war: Der Mercedes holte sich Rang zwei hinter Leclerc zurück.
Leclerc wehrt sich lange - aber dann passiert es
Bis zur Führung war anschließend aber noch sehr viel Geduld und harte Arbeit nötig. Leclerc verteidigte sich glänzend, hatte eine gute Pace und sammelte jede Menge Führungskilometer. Erst in Runde 34 war es soweit: Das 19-jährige Supertalent aus Italien nutzte eine enge Kurve, um sich innen vorbeizuschlängeln, ein starkes Manöver, das der Monegasse nicht mehr kontern konnte.
Richtig weit konnte sich Antonelli anschließend nicht absetzen, der Vorsprung blieb lange im Ein-Sekunden-Bereich. Doch Antonelli kontrollierte das Geschehen, erlaubte sich keinen Fehler und gab Leclerc keine Chance, noch mal einen Konter zu setzen. Hinter dem Trio auf dem Podium kam Hamilton als Vierter ins Ziel, er zog damit in der Fahrerwertung an Russell vorbei (159 zu 154 Punkte) auf den zweiten Platz hinter Antonelli (204).
Hülkenberg mal wieder ohne Punkte
Für den einzigen Deutschen im Fahrerfeld verlief das Rennen in den Ardennen enttäuschend. Nico Hülkenberg im Audi hielt sich immer wieder in den Punkterängen auf, aber als das Feld um alle Boxenstopps bereinigt war, fand sich der Emmericher auf Rang 13 wieder. Es bleibt für ihn bei null Punkten in der kompletten Saison. Sein junger Teamkollege Gabriel Bortoleto machte es deutlich besser und steuerte die vier Ringe aus Ingolstadt auf Rang acht, damit lag er bereits zum dritten Mal in diesem Jahr in den Top Ten.