FIFA äußert sich zu kuriosem TV-Vorwurf um Präsident Gianni Infantino

FIFA erklärt Infantinos auffällige TV-Präsenz bei der WM

Stand: 14.07.2026, 13:00 Uhr

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Bei fast jedem WM-Spiel taucht FIFA-Präsident Gianni Infantino auf den TV-Bildern auf. Jetzt widerspricht der Weltverband Berichten über eine geheime Anweisung, die dahinterstecken soll.

Zürich – Wer während der WM 2026 regelmäßig Fußball schaut, dürfte ein bekanntes Gesicht kaum übersehen haben: FIFA-Präsident Gianni Infantino. Bei fast jedem Spiel fangen die TV-Kameras den 56-Jährigen mindestens einmal auf der Tribüne ein. Jetzt hat die FIFA Berichte zurückgewiesen, wonach es dafür eine geheime Anweisung an die TV-Produktion geben soll.

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Absolut hautnah. Absolut fundiert: Absolut Fussball berichtet für euch von der WM 2026. Unsere Reporter sind in Amerika vor Ort und versorgen euch mit News, Videos und exklusiven Einblicken. © Absolut Fussball

Wie The Athletic berichtet, bezeichnete der Weltverband entsprechende Behauptungen als „irreführend“. Demnach gebe es bei der laufenden Weltmeisterschaft keine Vorgabe, dass Infantino während jeder Partie zwingend im TV gezeigt werden müsse. Das Thema hatte schon während der WM 2022 in Katar für Diskussionen gesorgt. Damals berichtete die Times, Regisseure seien angewiesen worden, den FIFA-Präsidenten mindestens einmal pro Spiel einzublenden.

Trotzdem existiert eine besondere TV-Vereinbarung

Ganz vom Tisch ist das Thema damit aber nicht. Laut The Athletic besteht zwischen der FIFA und dem WM-Host-Broadcaster HBS (Host Broadcast Services) eine Vereinbarung, nach der in jeder Halbzeit mindestens ein sogenannter „dignitary shot“ gezeigt werden soll. Gemeint sind Aufnahmen besonders hochrangiger Gäste auf der Tribüne. Dazu zählen Staatsoberhäupter, hochrangige Verbandsfunktionäre, Prominente oder andere als „Very Very Important Persons“ (VVIPs) akkreditierte Besucher.

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Sitzt Infantino bei einer Partie auf der Ehrentribüne, gehört er naturgemäß ebenfalls zu diesem Kreis. Ein FIFA-Sprecher erklärte dazu: „Es ist gängige Praxis, dass Sitzplätze von Fußballfunktionären, Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und Prominenten, unabhängig davon, um wen es sich handelt, im Rahmen des regulären Ablaufs der TV-Übertragung gezeigt werden.“

Die Bilder im deutschen Fernsehen stammen deshalb auch gar nicht von ARD, ZDF, MagentaTV oder anderen Rechteinhabern direkt. Produziert wird das offizielle Weltsignal der Weltmeisterschaft von HBS. Dieses Bildmaterial wird dann weltweit an sämtliche TV-Partner verteilt, die es verpflichtend übernehmen. Ob Infantino eingeblendet wird oder nicht, entscheiden die einzelnen Fernsehsender deshalb nicht selbst.

Dass das Thema jetzt überhaupt wieder diskutiert wird, hängt auch mit den Erfahrungen der WM 2022 zusammen. Damals hatte die Times berichtet, Regisseure hätten per E-Mail die Empfehlung erhalten, Infantino während jedes Spiels mindestens einmal ins Bild zu nehmen. Zusätzlich habe es sogar den Hinweis gegeben, den FIFA-Präsidenten möglichst nicht mit seinem Handy in der Hand zu zeigen. Die FIFA weist nun ausdrücklich darauf hin, dass es eine solche Vorgabe bei der WM 2026 nicht gebe.

Besonders präsent war Infantino auch, weil er während der Gruppenphase häufig zwei WM-Partien pro Tag besuchte. Dafür nutzte er unter anderem einen Privatjet. Aufgrund der großen Entfernungen zwischen den Spielorten in den USA, Kanada und Mexiko konnte selbst Infantino aber nicht alle WM-Spiele (hier der komplette Spielplan) besuchen. Die Aufmerksamkeit rund um seine TV-Präsenz kommt für den FIFA-Boss zudem zu einem politisch wichtigen Zeitpunkt. Er will sich 2027 für eine dritte Amtszeit als Präsident wählen lassen. Bislang gilt der Schweizer als aussichtsreichster Kandidat für eine Wiederwahl. (luh)