Ferdinands Feld 2026: Mehr Bühnen, mehr Camping, mehr Freitag
Stand: 27.07.2026, 13:30 Uhr
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Das Elektro-Festival auf dem Rotenburger Flugplatz erwartet für Freitag bereits 6.000 Besucher, am Samstag werden es dann um die 20.000. Am Die Ticketpreise sind stabil, der Vorverkauf läuft noch.
Rotenburg – Manuel Heidemann rollt mit einem Gelände-Buggy über den Rotenburger Flugplatz, hält auf einem Rasenstück und ärgert sich an einer Stelle kurz, wo statt grünem Gras braune Erde ist. „Wer hat hier eine Spur in den Rasen gefahren?“, fragt er sich. Am kommenden Wochenende, Freitag und Samstag, soll für das Elektro-Musik-Festival Ferdinands Feld alles perfekt sein. Heidemann ist einer von drei Hauptorganisatoren und guten Mutes. Rechts von ihm steht bereits das Gerüst für die Hauptbühne, links bauen drei Männer gerade ein Fahrgeschäft namens Hip-Hop-Jumper auf. „Wir sind vor dem Zeitplan, wissen aber auch, was bis Freitag noch zu tun ist“, sagt er. In diesen Tagen werden bis zu 150 Menschen gleichzeitig am Aufbau arbeiten.
Der Festival-Freitag wird in diesem Jahr eine größere Rolle spielen als in den Vorjahren. Ab 16 Uhr werden zwei Bühnen bespielt, bereits ab 11 Uhr öffnet der Zeltplatz. Es geht also früh los und es wird mehr Programm geben. Und: „2024 waren am Freitag 2.000 da, dieses Jahr werden es um die 6.000 sein.“ Für Samstag werden um die 20.000 erwartet. Der Vorverkauf läuft noch, es gibt Karten für Freitag, Samstag oder beide Tage. Der Freitag eignet sich als Schnäppchen und Schnuppertag mit einem Eintrittspreis von 39,90 Euro, gegenüber 89,90 für den Samstag. Kurz vorm Festival sind die Tickets in der letzten, der höchsten Preisstufe angekommen, Heidemann betont aber, dass die Preise im Mittel zehn Euro niedriger seien als 2025.
Wir wollen uns Rotenburg nicht aufdrängen, aber spüren den Rückhalt der Region und eine neue Liebe zu Ferdi.
Mehr Angebot, weniger Eintritt, wie soll das gehen? Man verzichte in diesem Jahr auf große Top-Acts, und gehe lieber in die Breite. Mit der Gage für einen Headliner könne man eine ganze zusätzliche Bühne bespielen, rechnet Heidemann. Dual Damage, Gestört aber Geil, Harris & Ford, Showtek und Blasterjaxx dürften allerdings zu den bekanntesten Künstlern gehören. Fünf Terminals, um im Flughafen-Jargon zu bleiben, soll es mit jeweils unterschiedlichen Genres geben. Die „Mainstage“ wird ähnlich aussehen wie 2025, die zweitgrößte Bühne entsteht aus rostroten Containern im Industriehafen-Look für allein 5.000 Feiernde.
An einigen Stellen wächst das Festivalgelände, Platz genug ist auf dem Flugplatz ja. Die historische Bundeswehr-Transall-Maschine werde 2026 von allen Seiten zu sehen sein. Es soll mehr Schattenplätze und Hängematten zum Ausruhen geben, und Trinkwasser zum Zapfen. Außer dem Hip-Hop-Jumper entsteht an anderer Stelle ein Kettenkarussell, damit lebt eine Idee von 2022 wieder auf. Die Fahrpreise sollen mit 2,50 bis 3,50 Euro moderat bleiben, verspricht Heidemann.

Etwas weiter hinten, da wo gerade noch Schwalben im Tiefflug unterwegs sind und Raben über die Landebahn staksen, wird eine Bühne für etwas ruhigeren Techno entstehen. „Cosy“ soll es da zugehen, kommentiert Heidemann, ehe er seinen Buggy nun weitersteuert in Richtung zweier Männer, die an einem Gerüst gerade Kabelbinder durch Metallösen ziehen. Sie bauen eine weitere Bühne für Hard Techno. Hier sollen am Samstag also die Bässe ballern. Heidemann verrät: „Das wird eine Bühne, auf die nicht nur der DJ darf, sondern auch das Publikum“ – für ein 360-Grad-Erlebnis.
Weiter geht’s, vorbei an Überwachungskameras und einer Sprechanlage für Festival-Besucher, die sich in irgendeiner Weise gefährdet sehen. „Das ist Teil des Awareness-Konzepts“, sagt Heidemann. Allerdings erwarten die Veranstalter auch etwas von ihren Gästen, nämlich Ordnung zu halten, gerade auf dem Campingplatz. Das sei in der Vergangenheit leider nicht der Fall gewesen, daher gibt es nun eine Neuerung: einen Zehn-Euro-Müllpfand. Heißt: Jeder Camper erhält einen Müllsack – bringt er ihn am Ende voll zurück, bekommt er sein Geld zurück. Heidemann zeigt auf eine grüne Wiese, auf der in wenigen Tagen 3.000 Menschen zelten werden.

Dafür werden die Wohnmobil-Camper mit bunten Girlanden in Bodennähe begrüßt, die die elf mal sechs Meter großen Stellplätze für die „Womos“ abstecken. Dass es am Freitagmorgen auf Rotenburgs Straßen zu größeren Staus kommen wird, weil alle früh zum Ferdi wollen, glaubt Heidemann nicht. Im Gegenteil: Früher sei der Samstag der Haupttag gewesen, nun verteile sich die Anreise auf zwei Tage. Außerdem gebe es Shuttle-Busse ab dem Rotenburger Bahnhof, die ab Freitag, 10 Uhr, Richtung Flugplatz fahren werden. Dafür benötigt man ein Busticket. Und die Camping-Tickets werden wohl zeitnah ausverkauft sein, so Heidemann.
Wenn das Wetter wird wie vorhergesagt, mit Sonne und 25 Grad, könnte es ein gutes Jahr fürs Ferdi werden. Eigentlich muss es das sogar, denn nach den regenreichen Vorjahren müsse das Festival endlich mal Plus machen. Man wolle zurück zu den Wurzeln, so Heidemann, und sich nicht durch übertriebene Größe von den Ferdi-Fans entfremden. Aber der Festival-Betrieb sei teuer. Und Heidemann und Co. haben eben auch hohe Ansprüche an ihre Veranstaltung.
