Falsche Beschilderung leitet Autofahrer in halbstündigen Stau

Stand: 27.07.2026, 07:00 Uhr

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Verhüllt wurden mittlerweile die Schilder, die auf die Ausweichroute über Bad Wiessee verweisen.

Verhüllt wurden mittlerweile die Schilder, die auf die Ausweichroute über Bad Wiessee verweisen. Dort gibt es ebenfalls eine Baustelle. © Klaus Wiendl

An der B318 zwischen Kreuth und Rottach-Egern führen Hinweisschilder des Straßenbauamts ortsunkundige Fahrer direkt in den Stau. Der Rückstau beginnt bereits in Bad Wiessee und dauert bis zu einer halben Stunde.

Kreuth      – Die Beschilderung der Behörden führte ortsunkundige Autofahrer direkt in den Stau. Auch der Bayerische Rundfunk warnte davor, denn der Rückstau begann oftmals bereits am Ortsende von Bad Wiessee und endete erst nach der Baustelle an der Einmündung der Aribostraße und den Ein- und Ausfahrten von Aldi. Seit aber dort eine Ampel den Kreuzungsverkehr regelt, weil die Querungshilfe für Fußgänger erneuert wird, kommt es zu diesen enormen Staus.

Nach Zeitungsanfrage handelt Behörde

Von denen hatte man in den Amtsstuben offenbar keine Kenntnis. Denn deren Hinweisschilder vor den Ortseinfahrten von Gmund und Rottach-Egern aus dem Süden weisen nur auf Behinderungen durch Baustellen des Abwasserzweckverbands in St. Quirin hin. Freie Fahrt signalisieren stattdessen die Tafeln auf der B318 über Bad Wiessee. Eine amtliche Irreführung. Erst durch die Anfrage unserer Zeitung an das Staatliche Straßenbauamt Rosenheim handelte die Behörde.

Die Hinweise, die auf die Maßnahme in St. Quirin verweisen, „wurden ausgeixt“. Das Straßenbauamt arbeite mit der Gemeinde Kreuth als Auftraggeber dieser Bauarbeiten und der Baufirma „bereits mit Hochdruck daran, die Situation zu verbessern“, versichert eine Sprecherin der Behörde. Was sich aktuell verbessert hat, ist, wie Kreuths Bürgermeister Josef Bierschneider (CSU) auf Nachfrage mitteilt, dass „die Beschilderung, die über Bad Wiessee umgeleitet hat, mittlerweile zugedeckt wurde“. Dies hätte die beauftragte Beschilderungsfirma eigentlich von Anfang an machen müssen, „ist von dieser aber übersehen worden“. Diese Verhüllung aber bedeutet in der Praxis, dass es damit auch keinen Hinweis auf die Staus Richtung Bad Wiessee oder Rottach-Egern gibt.

Ende Juni verwies Bierschneider noch auf „die ganz klaren Vorgaben des Straßenbauamts an das Landratsamt für die Verkehrsregelung“. Da gesetzliche Vorgaben bei den Abständen einzuhalten seien und ein beidseitiger Verkehr nicht möglich sei, müsse dieser durch Ampeln geregelt werden. Bierschneider erklärte auch die Zuständigkeiten. Seine Gemeinde sei seit vergangenem Oktober mit der Abwicklung der Maßnahme entlang der Bundesstraße durch das Staatliche Bauamt Rosenheim beauftragt. „Wir sind quasi der Handlanger für das Straßenbauamt und bekommen die Kosten von 1,5 Millionen Euro voll ersetzt“, erläuterte Bierschneider. „Natürlich ist diese Baustelle nervig, doch sie ist aus meiner Sicht bisher gut abgelaufen.“

Immerhin räumt Bierschneider ein, dass er selbst mehrmals im Stau gestanden habe. Doch dieser sei von Bad Wiessee kommend „erheblich kürzer“ gewesen als die Tage zuvor. Seine Staus hätten zuletzt jeweils am Ringsee begonnen und „nicht mehr im Ortsbereich von Bad Wiessee“. Denn von dort brauchte man etwa eine halbe Stunde bis zu den Ampeln. Betroffene Autofahrer zeigten sich mehr als verärgert. „Unverschämtheit, Behördenchaos, wer hat sich das ausgedacht“, war durchgängig zu hören.

Doch es trifft nicht nur die Autofahrer. Auch Fahrgäste der Linienbusse sind betroffen. Denn kaum ein Bus kann noch den Fahrplan einhalten. Vielfach wird dadurch auch der gebuchte Zuganschluss verpasst. Dieser Zustand wird in der Hauptreisezeit noch andauern. Denn laut Bürgermeister Bierschneider erfolgen noch Straßenarbeiten zwischen Ringberg- und Bachmairweg. Hier müsse zudem auch noch die Straßenentwässerung ertüchtigt werden. Anschließend werde vom Hotel Bachmair bis zum Kieswerk auch die Fahrbahn erneuert. Dann dürfte es sich jähren, dass mit den Bauarbeiten begonnen wurde.