Ex-Hertha-Profi Maolida kämpft nach Kreuzbandriss um seine Karriere
Bei Hertha BSC galt Myziane Maolida lange als eines der größten Missverständnisse der jüngeren Vereinsgeschichte. In Saudi-Arabien beim Erstligisten Al-Kholoof FC schien der Angreifer seine Fußballkarriere schließlich doch noch auf Kurs gebracht zu haben. Nun hat den 27-Jährigen jedoch das wohl bitterste Schicksal ereilt, das einen Profi treffen kann: ein Kreuzbandriss – und das ausgerechnet kurz vor dem Ende seines Vertrags.
Myziane Maolida wurde im Januar am Knie operiert
Seit dem 1. Juli ist Maolida offiziell vereinslos. Die Suche nach einem neuen Arbeitgeber dürfte sich angesichts seiner monatelangen Reha nach der Verletzung im rechten Knie im Januar sehr schwierig gestalten.
Dabei hatte zuletzt alles nach einer späten Erfolgsgeschichte ausgesehen. Im Sommer 2024 gelang es Hertha BSC, den einstigen Topverdiener an Al-Kholood FC zu verkaufen. In Berlin hatte der Franzose mit komorischen Wurzeln die hohen Erwartungen nie erfüllen können. In Saudi-Arabien dagegen blühte er fernab des großen Drucks plötzlich auf.
Maolida schoss für Al-Kholood 16 Tore
Vor meist überschaubaren Kulissen entwickelte sich Maolida zum Leistungsträger. In der Saison 2024/25 erzielte der Offensivspieler in 35 Pflichtspielen starke 16 Tore und gehörte zu den auffälligsten Akteuren seines Teams. Nach schwierigen Jahren schien er endlich den passenden Platz gefunden zu haben.
Doch der Aufschwung endete abrupt. Im Ligaspiel gegen den Spitzenklub Al-Ahli im Januar musste Maolida verletzt vom Platz. Schon beim Verlassen des Feldes deutete vieles auf eine schwerwiegende Verletzung hin. Der Stürmer hielt sich die Kniekehle und konnte nur noch humpelnd vom Platz gehen. Wenig später bestätigten sich die schlimmsten Befürchtungen: Kreuzbandriss im rechten Knie.
Anschließend wurde Maolida in Frankreich operiert. Die monatelange Reha absolvierte er größtenteils in Dubai, wo er intensiv an seinem Comeback arbeitete. Bemerkenswert: Al-Kholood veröffentlichte nie konkrete Informationen über die Verletzung seines Angreifers. Offiziell war lediglich von einer „unbekannten Verletzung“ die Rede.
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Maolida ging zur Reha nach Dubai
Erst Ende März wurde das tatsächliche Ausmaß öffentlich sichtbar. Eine renommierte Physiotherapie-Einrichtung in Dubai veröffentlichte auf Instagram Aufnahmen von Maolidas Rehabilitationsprogramm. Darauf war deutlich die Operationsnarbe am rechten Knie zu erkennen. Die Bilder dokumentierten, wie hart der ehemalige Herthaner für seine Rückkehr auf den Platz arbeitet.
Inzwischen kann Maolida wieder erste Laufeinheiten und leichtes Training im Freien absolvieren. Die entscheidende Frage lautet jedoch: Für welchen Verein? Denn sein Vertrag bei Al-Kholood lief am 30. Juni aus und wurde nicht verlängert. Derzeit muss sich der 20-malige Nationalspieler der Komoren individuell mit Personal Trainern fit halten. Erst wenn er wieder vollständig belastbar ist, dürfte die Suche nach einem neuen Klub realistische Formen annehmen.
Immerhin bietet der Status als vereinsloser Spieler einen kleinen Vorteil. Anders als vertragsgebundene Profis kann Maolida auch außerhalb regulärer Transferfenster verpflichtet werden.
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Maolida war bei Hertha ein Drei-Jahres-Missverständnis
Seine Zeit bei Hertha war ein einziges Missverständnis. 2021 hatte der damalige Geschäftsführer Sport Fredi Bobic den Flügelstürmer für rund vier Millionen Euro von OGC Nizza verpflichtet. Der Durchbruch in Berlin blieb jedoch aus. Maolida kam meist nur als Ergänzungsspieler zum Einsatz und konnte die hohen Erwartungen nie erfüllen.
Nach einer wenig erfolgreichen Leihe zu Stade Rennes Anfang 2023 war seine Zukunft bei Hertha praktisch ein halbes Jahr später beendet. Besonders die deutlichen Worte von Trainer Pal Dardai sorgten damals für Aufsehen. Der Ungar bezeichnete Maolida öffentlich als „einen der faulsten Spieler, die er in seiner langen Laufbahn erlebt habe“.
Dennoch gelang dem Angreifer später noch einmal die sportliche Wende. Beim schottischen Traditionsverein Hibernian FC erzielte er während einer Leihe im Frühjahr 2024 elf Tore in 20 Spielen. Die Schotten wollten ihn anschließend fest verpflichten, doch Maolida entschied sich dagegen.
Maolida sucht neuen Verein
Stattdessen zog es ihn nach Saudi-Arabien. Hertha kassierte noch rund 600.000 Euro Ablöse, Maolida startete neu – und schien erstmals seit Jahren angekommen zu sein. Anderthalb Jahre lang fühlte sich die Entscheidung wie ein Befreiungsschlag an. Jetzt steht der frühere Hertha-Profi erneut am Scheideweg seiner Karriere. Der Kampf um die Rückkehr auf den Platz hat bereits begonnen. Und vielleicht führt ihn dieser Weg am Ende sogar zurück nach Schottland, wo er bewiesen hatte, dass sein Talent noch immer vorhanden ist.
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