In Erkrath entsteht gerade das größte Container-Schuldorf NRWs. Wie es drinnen aussieht.

Etwas mehr als 600 Containermodule, verteilt auf zwei Stockwerke, füllen fast den gesamten Sportplatz oberhalb des ehemaligen Schulzentrums in Erkrath-Hochdahl. Das war im Mai vergangenen Jahres bei einem Großbrand größtenteils zerstört worden.

Seit einem halben Jahr läuft der Aufbau des Container-Schuldorfs, das von der Dimension her die aktuell wohl größte Interimsschule NRWs werden dürfte. Ab dem neuen Schuljahr sollen dort rund 1200 Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums und der Realschule Hochdahl unterrichtet werden.

Einrichtung und Innenausbau laufen auf Hochtouren

Damit in knapp sechs Wochen alles für einen normalen Schulbetrieb bereit ist, sind gerade Umzugsunternehmer damit beschäftigt, alle Räume einzurichten. Mittendrin steht Sascha Sommer, er ist seit vielen Jahren Hausmeister des Gymnasiums. "Wir müssen gerade viel organisieren, das ist schon stressig, aber machbar. Ich hoffe, dass dann erstmal nicht mehr so viel zu reparieren ist, weil im Schuldorf alles neu sein wird", erzählt er mit einem Lachen in der Stimme.

Der logistische Aufwand ist hoch, schließlich muss vieles aus Düsseldorf-Benrath rüber transportiert werden. Dorthin konnten die beiden betroffenen Schulen nach dem Großbrand in eine leerstehende Schule ausweichen. "Die Naturwissenschafts-Räume richten wir sogar komplett neu ein", erklärt Erkraths Schuldezernent Michael Pfleging bei einem Vor-Ort-Besuch. Dort montieren Arbeiter im Moment unter anderem Schränke für Chemikalien.

Größere Klassenräume für modernen Unterricht

Die Klassenräume in den Containern sind rund 20 Prozent größer als die früheren Klassenräume im abgebrannten Schulzentrum aus den 70er Jahren. Die Anforderungen der Technik, aber auch des Unterrichts hätten sich geändert, sagt Pfleging, so bleibe jetzt zum Beispiel auch Platz für Inklusionsassistenzen.

Mehr als 20 Millionen Euro kostet das neue Schuldorf, das im besten Fall in drei Jahren schon wieder abgebaut werden wird - dann sollen die Neubauten der Schulen nebenan fertig sein. Eine teure Übergangslösung, die Pfleging ebenfalls mit den gestiegenen Anforderungen erklärt: "Wir mussten das Gelände herrichten, es gibt höhere Anforderungen an den Brandschutz. Und wir wollen ja auch einen modernen Unterricht gewährleisten, dafür braucht es auch eine entsprechende Innenausstattung."

Gemeinsame Mensa beider Schulen

In der Mitte des Schuldorfs entsteht derzeit die Mensa, die künftig Schüler beider Schulen gemeinsam nutzen werden. Auch dort läuft noch der Innenausbau. Der gepflasterte künftige Schulhof wirkt noch ziemlich karg, wie für einen Hofgang in einem Gefängnis.

"Da werden wir natürlich noch für Pflanzen und mehr Grün sorgen, etwa mit Pflanzkübeln", kommentiert Schuldezernent Michael Pfleging schmunzelnd den Vergleich. Er ist mit dem Fortschritt der Arbeiten "sehr zufrieden", schließlich sei das Schuldorf innerhalb weniger Monate entstanden. Ob alles rechtzeitig zum Schulstart fertig wird? "Just in time", schätzt Pfleging.

Dass das neue Schuldorf von den Schülern und Lehrern gut angenommen wird, daran hat Pfleging wenig Zweifel: "Wenn man zwischendurch mit einigen gesprochen hat, da ist einfach die Freude darauf, wieder zurück nach Hause, nach Hochdahl zu kommen."