Erich Brookmann gestorben: Bei Stadttombola verkaufte er unzählige Lose
Stand: 17.07.2026, 06:30 Uhr
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Fast zwei Jahrzehnte lang organisierte Erich Brookmann die Achimer Stadttombola. Für den jährlichen Losverkauf warb er ab August bei Geschäftsleuten, Handwerkern und Arztpraxen.
Achim – Erich Brookmann war fast zwei Jahrzehnte lang der Macher hinter den Kulissen bei der Achimer Stadttombola: Am 4. Juli ist der Mann, der stets bescheiden abseits des Scheinwerferlichts für soziale Zwecke ehrenamtlich anpackte, im Alter von 89 Jahren gestorben.
Um ihn trauern nicht nur seine Ehefrau Renate Brookmann und die große Familie, sondern auch zahlreiche weitere Weggefährten. Allen voran diejenigen, die Brookmanns unermüdlichen Einsatz für die Rotary-Stadttombola hautnah miterlebt haben. Dort, aber auch auf weiteren Aufgabenfeldern hat sich Erich Brookmann in Achim um das Gemeinwohl verdient gemacht.
Wer schon lange in der Weserstadt wohnt, lernte ihn womöglich nicht nur als Verkäufer von Tombola-Losen kennen. Manch einer dürfte bei Brookmann eine Hose oder ein anderes Kleidungsstück erworben haben. Denn der 1964 mit seiner Frau von Kiel nach Achim gezogene Schleswig-Holsteiner war gelernter Kaufmann, der zunächst in der Textilfabrik Runken arbeitete, und dann 30 Jahre einen Jeansshop an der Obernstraße in Achim betrieb.
Den Ruhestand wollte Erich Brookmann keineswegs nur zu Hause auf dem Sofa verbringen. Axel Burmeister, der 2007 die Achimer Stadttombola ins Leben rief, holte den Rentner mit ins Boot. „Du brauchst nur Lose zu verkaufen“, habe der ihm versprochen, erzählte Brookmann 2024 dem Kreisblatt. Und fügte lächelnd hinzu: „Später habe ich fast alles gemacht, was mit der Tombola zu tun hat.“
Für die jedes Jahr im November startende Charity-Aktion fing er bereits im August an, bei Achimer Geschäftsleuten für den Losverkauf zu werben. Selbst Handwerksbetriebe und Arztpraxen klapperte Brookmann ab. „Es geht darum, 40. 000 Lose zu je einem Euro das Stück zu verkaufen – und dieser Preis hat sich von Anfang an nicht verändert“, betonte er.
Den Jahreserlös in Höhe von rund 20 .000 Euro schüttet die Stadttombola bis heute an verschiedene Projekte und Einrichtungen aus. Unterstützt wurden bisher zum Beispiel die Leseförderung von Grundschülern, die Stiftung Waldheim oder das Palliativnetzwerk im Landkreis Verden – aber besonders und immer wieder die Achimer Tafel. „Denn vonseiten der Tafel aus wird uns viel beim Losverkauf geholfen“, erklärte Erich Brookmann, der bei der Arbeit für die Tombola auf seine Frau zählen konnte.
„Erich ist immer glücklich, wenn er helfen kann“, sagte Renate Brookmann gegenüber dieser Zeitung. „Ohne Renates Hilfe würde das nicht funktionieren“, gab ihr Mann zurück.
„Erich Brookmann war der Mann, der dafür gesorgt hat, dass extrem viele Lose verkauft wurden“, sagt Axel Buschmann, aktuell Vorsitzender der Rotary-Stadttombola in Achim. Er habe auch den Einsatz der Helferflotte in den Supermärkten koordiniert. Selbst als Brookmann im vorigen Jahr diese Aufgabe an Jürgen Enders abgegeben hatte, sei er im hohen Alter weiterhin als Losverkäufer tätig gewesen.
Der „Unterstützer der Stadttombola ab der Stunde null“ hinterlasse eine Riesenlücke, stellt Buschmann fest. Und fügt würdigend hinzu: „Brookmann war ein echter Macher.“
Die Stadttombola war allerdings nicht der einzige gute Zweck, für den sich Erich Brookmann engagierte: Von 2003 bis 2011 fuhr der mehrfache Groß- und Urgroßvater Bus für die Lebenshilfe und sammelte jeden Morgen die Kinder für die Fahrt in den Kindergarten ein. Kinder und Mitarbeiter nannten ihn liebevoll „Brooki“.
Beim Bürgerbusverein kümmerte er sich viele Jahre um die Pflege und das Betanken der Fahrzeuge. Auch bei der Tennisgemeinschaft Uesen war er aktiv, mischte im Vorstand mit.
Die Stadt Achim hat die Verdienste von Erich Brookmann um das Gemeinwesen gewürdigt. 2024 wurde ihm der Achimer Ehrenpreis für ehrenamtliches Engagement verliehen.
„Ich kann auf diese Weise Menschen helfen, denen es schlechter geht, als mir“, bekannte Brookmann. Er unterstütze gerne dort, wo es nötig sei, „ich bin da sehr sozial eingestellt“.