Venezuela: Frauchen nach Erdbeben gesucht - Tierschützer richten Notunterkunft ein

Ein Hund in der Tiernotunterkunft in La Guaira Ein Hund in der Tiernotunterkunft in La Guaira

Ein Hund in der Tiernotunterkunft in La Guaira

Foto: Cem Tekkesinoglu / Anadolu Agency / IMAGO

Venezuela kämpft weiter mit den Folgen des verheerenden Doppelerdbebens Ende Juni. Der US-Sender CNN  berichtet jetzt aus einer Notunterkunft für Tiere. Das Ziel: bei den Bergungsarbeiten gerettete Vierbeiner wieder mit ihren Besitzern zu vereinen.

Am 24. Juni hatten zwei Beben der Stärke 7,2 und 7,5 das südamerikanische Land erschüttert. Die Zahl der offiziell bestätigten Todesopfer liegt inzwischen bei mehr als 5000. Verletzt wurden demnach 16.740 Menschen. Knapp 18.000 Menschen sollen bei der Katastrophe ihr Zuhause verloren haben.

Hunderte Haustiere wurden seitdem aus den Erdbebentrümmern in Venezuela gerettet. In La Guaira – einem der am stärksten von den Erdbeben betroffenen Bundesstaaten – haben Helfer mit Unterstützung der venezolanischen Regierung laut CNN eine Tiernotunterkunft eingerichtet.

Der Sender hat mit der Vorsitzenden des Projekts gesprochen. Maguilda Vargas ist Tierarzthelferin.

Die meisten der gefundenen Tiere seien verletzt und hätten Knochenbrüche, multiple Traumata, Schürf- oder Schnittwunden, sagte Vargas. Diese Haustiere würden tierärztlich versorgt und untergebracht, bis sie zu ihren Besitzern zurückkehren könnten.

Um ihr Tier im Chaos nach dem Erdbeben wiederzufinden, haben viele Menschen Onlineprofile mit Fotos der vermissten Haustiere angelegt.

In den sozialen Netzwerken kursieren unzählige Fotos und Videos von Hunden aller Größen, weißen, schwarzen sowie gestreiften und bunten Katzen. Jeder Beitrag werde immer wieder geteilt, begleitet von verzweifelten Aufrufen der Besitzer, so CNN.

In der Notunterkunft in La Guaira sind derzeit Hunderte gerettete Haustiere untergebracht.

Vargas’ Team konnte bisher 18 von ihnen wieder mit ihren Besitzern vereinen. Neben der von der Regierung geförderten Notstelle gibt es zudem unabhängige Tierheime, die sich dafür einsetzen, dass die Opfer des Erdbebens ihre geretteten Haustiere wiederfinden.

Hunderte weitere Tiere warten auf ihre Familien

Hunderte weitere Tiere warten auf ihre Familien

Foto: Cem Tekkesinoglu / Anadolu Agency / IMAGO

Zuletzt hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) Venezuela 346 Millionen Dollar für den Wiederaufbau nach der Katastrophe freigegeben. Die Mittel stammten aus Venezuelas eigenen Reserven beim Fonds und seien für dringende humanitäre Bedürfnisse abgerufen worden, erklärte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa am Freitag. Präsidentin Delcy Rodríguez kündigte an, mit dem Geld den Wiederaufbau finanzieren zu wollen sowie betroffene Familien zu unterstützen.

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Hunderte Gebäude wurden bei den Beben beschädigt oder komplett zerstört. Zur Zahl der Vermissten machen die venezolanischen Behörden weiterhin keine Angaben. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte sie bei bis zu 50.000 liegen.

Lesen Sie auch: Hussam Badawi ist Teil einer syrischen Rettungstruppe, die in Venezuela nach Überlebenden der Erdbeben sucht. Hier berichtet er, wie es in den zerstörten Gebieten aussieht und wie ihm seine Bürgerkriegserfahrung hilft .

naw