Miteigner erhebt Einspruch: Volkswagen-Rüstungsdeal für Osnabrück scheint zu scheitern

Einspruch vom Investor: Rüstungsdeal zwischen VW und Rüstungsfirma scheint zu platzen

Stand: 14.07.2026, 18:32 Uhr

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Das Volkswagen-Werk Osnabrück wackelt dem Vernehmen nach. Doch ein geplanter Deal mit Israel scheint zu platzen – wegen eines Investors aus dem Golf.

Osnabrück/Wolfsburg – Der Plan klang pragmatisch: Der israelische Konzern Rafael Advanced Defense Systems wollte im VW-Werk Osnabrück Komponenten für das Raketenabwehrsystem „Iron Dome“ fertigen lassen. Berichten zufolge gab es dazu bereits eine Absichtserklärung mit Volkswagen – ausgerechnet mit Rüstungstechnik für Israel. Doch nach Informationen der Bild blockiert der katarische Staatsfonds den Deal.

Volkswagen wird dem Vernehmen nach im Werk Osnabrück keinen Deal mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael eingehen

Volkswagen wird dem Vernehmen nach im Werk Osnabrück keinen Deal mit dem israelischen Rüstungskonzern Rafael eingehen. © Hauke-Christian Dittrich/dpa/ZUMA Press Wire/Imago; Bildmontage: IPPEN.MEDIA

Vor dem Hintergrund des Angriffskriegs Israels und der USA gegen den Iran und der aufgeheizten Lage im Nahen Osten wird Volkswagen so zur Schachfigur globaler Konflikte. Nun soll Rafael wegen des Widerstands aus Katar prüfen, die Fertigung stattdessen nach Indien zu verlagern. Dass ausgerechnet Katar den Rüstungsdeal ausbremst, ist kein Wunder: Der Staatsfonds ist mit 10,4 Prozent drittgrößter Anteilseigner an Porsche, hinter der Porsche Holding und dem Land Niedersachsen. Zwischen Israel und Katar wiederum gibt es keine diplomatischen Beziehungen, politisch und religiös liegen Welten dazwischen.

Volkswagen: Rüstung als Rettungsanker für das Werk Osnabrück

Das Timing könnte für das Werk Osnabrück kaum heikler sein: Der Standort gehört zu den möglichen Werken im Konzern, die angeblich von der Schließung bedroht sind – neben Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm. Gegen Werksschließungen gibt es zwar enormen Widerstand, doch die Debatte hält an. Ein tragfähiges Geschäftsmodell für Osnabrück nach 2027 ist weiter offen, und hier hätte der Deal mit Israel geholfen.

Hinzu kamen Spekulationen um Rheinmetall. Berichten zufolge gab es Pläne, im VW-Werk Osnabrück Fahrerkabinen für gepanzerte Fahrzeuge bauen zu lassen. Doch der Auftrag kam letztlich doch nicht zustande und Rheinmetall orientiert sich demnach an anderen Standorten. Für Volkswagen und das Werk Osnabrück bleibt damit vor allem eines: ein großer Berg Unsicherheit bei auslaufender Autoproduktion (VW T-Roc Cabrio).

Volkswagen-interner Streit um Israel kostet Osnabrück wohl Auftrag

Der mutmaßliche Ausfall des Israel-Geschäfts ist wohl mehr als ein regionales Problem für Osnabrück: Volkswagen sucht händeringend nach Wegen, Überkapazitäten abzubauen und Gemeinkosten zu senken. Konzernchef Oliver Blume sprach in einem Interview im VW-Intranet von bis zu 50.000 Stellen weltweit, die zusätzlich zu bereits laufenden Maßnahmen wegfallen müssten, um Kosten auf ein „wettbewerbsfähiges Niveau“ zu bringen. Für ein Werk wie Osnabrück könnte ein neuer Auftrag die Bänder am Laufen halten.

Rechnet man die bisherigen Sparprogramme hinzu, sind bis 2030 weltweit rund 100.000 Stellen bei Volkswagen bedroht – knapp ein Sechstel der Belegschaft. Umgekehrt besitzt der niedersächsische Konzern im Vergleich zu Wettbewerbern wie Toyota oder Stellantis aktuell deutlich zu viele Arbeitskräfte, um effizient und renditeträchtig zu wirtschaften. (Quellen: RND, AFP, Tagesschau.de, eigene Recherche)