Durchfallwelle USA: Wie kam es dazu und wie gefährlich ist sie?

Durchfallwelle in den USA Was hinter der Durchfallwelle steckt – und wie gefährlich sie ist

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22.07.2026, 06:41

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In den USA breitet sich eine seltene Durchfallerkrankung weiter aus. Tausende Menschen in über dreissig Bundesstaaten sind betroffen. Auslöser ist ein Parasit namens Cyclospora. Wer damit infiziert ist, leidet häufig unter heftigem Durchfall und Bauchkrämpfen. Wissenschaftsredaktorin Felicitas Erzinger ordnet ein.

Felicitas Erzinger

Wissenschaftsredaktorin

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Felicitas Erzinger arbeitet seit 2022 für die SRF-Wissenschaftsredaktion. Sie hat Umweltwissenschaften studiert und hat einen Doktortitel in Biologie.

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Sie ist in erster Linie sehr unangenehm. Gefährlich ist eine Cyclosporiasis-Erkrankung eigentlich nur, wenn eine infizierte Person durch den Durchfall stark dehydriert. Da sind besonders Personen mit einem geschwächten Immunsystem oder auch ältere Personen gefährdet. Spitalbehandlungen sind aber nur in wenigen Fällen nötig und tödlich ist die Krankheit sehr selten. Behandeln lässt sie sich mit einem Antibiotikum mit den Wirkstoffen Trimethoprim-Sulfamethoxazol. In der Regel heilt sie jedoch von selbst aus.

Das sind die aktuellsten Zahlen

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Gemäss der US-Gesundheitsbehörde CDC haben sich offiziell 1645 angesteckt. Mehr als 5100 Verdachtsfälle werden zurzeit abgeklärt. 141 Personen mussten hospitalisiert werden. Insgesamt melden 34 Bundesstaaten Fälle, der Grossteil davon entfällt auf Michigan.

Auch in der Schweiz kommt es sehr selten zu Fällen. Sie betreffen meist Reiserückkehrerinnen oder Reiserückkehrer. Offiziell vom BAG erfasst werden Cyclospora-Infektionen aber nicht.

Der aktuelle Ausbruch ist deutlich grösser als frühere, woran liegt das?

Das lässt sich zurzeit noch nicht abschliessend sagen. Gerade weil aber so viele Personen und Bundesstaaten betroffen sind, gibt es vermutlich mehrere Infektionsquellen. Diese kommen nun vermehrt ans Licht, weil das Bewusstsein gerade gross ist und viel getestet wird. Denn in vielen Fällen wird Durchfall nicht abgeklärt. Durch die vielen Tests könnten zudem nun auch hartnäckige Infektionen erkannt werden. Denn ohne Behandlung kann eine Infektion mehrere Wochen dauern. Und sie kann sich auch verbessern und nach einer gewissen Zeit wiederkommen.

Kritiker bezweifeln, dass die US-Gesundheitsbehörde nach den Kürzungen ausreichend gerüstet ist. Wie ging sie vor?

Sie ist daran, die Quellen zu finden. Das ist das Wichtigste, um einen solchen Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen. Doch das ist sehr schwierig. Man muss erkrankte Personen befragen, wo und was sie gegessen haben. Denn meist sind verunreinigte Lebensmittel oder verunreinigtes Trinkwasser der Auslöser. Und man muss herausfinden, wo es Überschneidungen mit anderen Erkrankten gibt. Genau erinnern können sich aber viele nicht mehr, weil die Symptome erst nach rund einer Woche oder später auftreten. Darum ist es schwierig zu sagen, ob der Ausbruch ohne Budget-Kürzungen schneller hätte eingedämmt werden können. Was man aber von Fachleuten vor Ort hört, ist, dass die US-Gesundheitsbehörde CDC zu spät gewarnt hat. Die offizielle Meldung ging am 14. Juli raus. Das ist rund zwei Wochen, nachdem Michigan einen grossen landesweiten Ausbruch gemeldet hat.

Luftaufnahme eines Fast-Food-Restaurants mit Drive-Thru-Schild.
Legende:

Verdacht hat sich nicht bestätigt: Salat der Fast-Food-Kette Taco Bell galt als mögliche Ursache der Durchfallwelle.

IMAGO / SOPA Images

Wie gelangt der Parasit auf die Lebensmittel?

Das geschieht über menschliche Fäkalien, da der Parasit Cyclospora ausschliesslich Menschen infiziert. Der genaue Übertragungsweg bei diesem Ausbruch ist aber noch unklar. Denkbar wäre, dass Lebensmittel mit Wasser bewässert oder gewaschen wurde, das durch unbehandeltes Abwasser verunreinigt war. Oder auch ein Hochwasser könnte mit menschlichen Fäkalien verunreinigtes Abwasser auf landwirtschaftliche Felder gespült haben. Dabei ist der Parasit nicht direkt ansteckend, sobald er ausgeschieden wird. Er muss erst reifen, dafür braucht er Tage bis Wochen. Darum ist es unwahrscheinlich, dass Menschen sich gegenseitig anstecken. Das ist also anders als beim Norovirus beispielsweise.

Behörden verdächtigen Eisbergsalat – rudern nun aber zurück

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Erst stand kleingeschnittener Eisbergsalat unter Verdacht, mit dem Parasiten verunreinigt gewesen zu sein. Nun nahm die US-Lebensmittelbehörde FDA diese Einschätzung jedoch zurück. Die Ergebnisse seien erneut geprüft worden und hätten ein «falsch positives Ergebnis» geliefert. Damit bleibt die ursprüngliche Quelle des Parasiten weiter unklar.

Typischerweise verbreitet sich der Parasit über kontaminiertes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel. Gerade Blattgemüse wie Salat oder Koriander sind oft betroffen. Bei früheren Ausbrüchen waren Quellen beispielsweise auch Himbeeren, Brokkoli, Petersilie oder Basilikum.

Radio SRF 4 News, 21.7.2026, 07:25 Uhr