Busfahrerin muss Toilettenpause im Gebüsch machen – und sorgt für Diskussion in oberbayerischem Landkreis

Stand: 15.07.2026, 06:30 Uhr

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Busfahrer in Düsseldorf

Ein Fahrer in einem Bus (Beispielfoto). © Oliver Berg

Eine Busfahrerin musste ihre Notdurft vor Fahrgästen im Gebüsch verrichten – weil auf ihrer Linie keine Toilette vorhanden war. Im Kreistag Fürstenfeldbruck entbrannte darüber eine Debatte.

Fürstenfeldbruck – Im Landkreis Fürstenfeldbruck fehlt es auf vielen Buslinien an einer grundlegenden Einrichtung: der Toilette. Wie Merkur-Reporter Thomas Steinhardt berichtet, musste eine Busfahrerin ihre Notdurft zuletzt vor Fahrgästen in einem Gebüsch verrichten – weil schlicht keine andere Möglichkeit bestand. Der Fall sorgte im Mobilitätsausschuss des Kreistags für Aufsehen.

Toiletten-Mangel bei Buslinien: Kreisrätin fordert Konsequenzen

Kreisrätin Julia Worch (SPD) schilderte den Vorfall im Mobilitätsausschuss als „beschämend“ und drängte auf Abhilfe. Ihr Vorschlag: Busunternehmen sollen bereits bei der Auftragsvergabe vertraglich zur Bereitstellung von Toiletten verpflichtet werden. Dazu müsste die Toilettenfrage künftig fest in die Ausschreibungen für Buslinien aufgenommen werden. Der Ausschuss nahm die Anregung zur Kenntnis.

Fürstenfeldbruck ist eine Stadt im gleichnamigen Landkreis im Regierungsbezirk Oberbayern, rund 25 Kilometer westlich von München gelegen.

Ein Sprecher der Stabsstelle für den öffentlichen Nahverkehr hält den Ausschreibungs-Vorschlag jedoch für nicht praktikabel. Der Aufwand, all die nötigen Detailfragen bei der Vergabe verbindlich zu regeln, sei enorm – zumal Verträge für Buslinien Laufzeiten von bis zu zehn Jahren haben können. Grundsätzlich liege die Verantwortung für die Toilettenfrage bei den Busunternehmen selbst: Diese könnten Pausen einplanen und Touren so gestalten, dass Toiletten – idealerweise am Anfang und am Ende einer Fahrt – erreichbar sind.

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Zusammenarbeit mit Kommunen als möglicher Ausweg

Als weiteren Lösungsansatz nannte der Sprecher die Kooperation mit den Kommunen: Diese könnten Grundstücke zur Verfügung stellen, auf denen etwa mobile Toilettenhäuschen aufgestellt werden. Die Stadt Fürstenfeldbruck habe sogar bereits ein Grundstück angeboten – doch damals habe kein Interesse daran bestanden. Am Ende gelte: Jede Linie müsse einzeln betrachtet werden. „Es ist ein Problem, aber es gibt Lösungsmöglichkeiten“, so der Sprecher.