Brills Erbe ist zurück: Nach dreieinhalb Monaten steht Abwehrchef Maurice Springfeld wieder für den KSV Hessen auf dem Platz
Stand: 23.07.2026, 06:00 Uhr
Kommentare

An den ersten 27 Spieltagen der vergangenen Saison fehlte Maurice Springfeld nur einmal beim Fußball-Regionalligisten KSV Hessen Kassel – wegen einer Gelbsperre.
Kassel – 24 Mal stand er über die vollen 90 Minuten auf dem Platz. Am 27. Spieltag zog sich der Innenverteidiger im Auswärtsspiel beim Bahlinger SC dann einen Adduktorenabriss zu und musste nach 28 Minuten vom Feld. Die letzten sieben Saisonspiele verpasste der 28-Jährige, arbeitete seitdem am Comeback, auch in der Sommerpause, als seine Teamkollegen Urlaub machten. Am Mittwochabend war es dann aber so weit: Beim drittletzten Testspiel gegen den Verbandsligisten Tuspo Grebenstein kehrte Springfeld, der 2021 vom FC Homburg nach Kassel gewechselt ist und in sein sechstes Jahr als Löwe geht, zurück auf den Rasen.
„Ich fühle mich gut, alles ist gut verheilt. Ich trainiere seit Freitag wieder mit, hatte am Dienstag die erste richtige Einheit mit der Mannschaft“, sagt Springfeld am Mittwoch vor dem Test gegen Gebenstein. Für seine Verletzungsanfälligkeit ist der 28-Jährige eigentlich nicht bekannt, es ist erst die zweite längere Ausfallzeit, seit er beim KSV spielt, nach einer Schienbeinverletzung im März 2024, die ihn rund zwei Monate zum Zuschauen verdammte. Sonst ist der Verteidiger eher Mr. Zuverlässig.
So zuverlässig, dass Trainer René Klingbeil in den höchsten Tönen von ihm spricht. „Er ist für mich der Nachfolger von Freddy Brill, er ist mein Abwehrchef“, freut sich der 45-Jährige, dass einer seiner wichtigsten Spieler wieder auf dem Feld stehen kann. „Es ist schön, dass der Trainer mir das Vertrauen schenkt“, sagt Springfeld. „Ich habe mich auch schon mit Freddy in einer Führungsrolle gesehen. Ich war Kapitän, bin lange im Mannschaftsrat. Mit Freddy war die Aufteilung nicht ganz so klar. Wir haben beide den Mund aufgemacht, uns die Leute hingestellt. Das ohne ihn nun komplett aufzufangen, wird schwierig. Aber ich mag die Verantwortung. Ich weiß, dass ich ein paar Aussetzer hatte. Die muss ich jetzt abstellen“, fügt er an.
Was Sprigfeld meint, sind einige Unsicherheiten zu Beginn der Rückrunde der Vorsaison. Klingbeil hatte ihn zugunsten von Tim Knipping aus der Startelf genommen, diese Entscheidung aber schnell revidiert. Dennoch war Springfeld im Anschluss anzumerken, dass die Verbannung auf die Bank am Selbstvertrauen gekratzt hat. Nun ist er aber die klare Nummer eins der Löwen-Defensive. Neben ihm wird wohl der 21 Jahre alte Joshua Kopf den Vorzug vor Knipping erhalten.
Eine Verletzung schleppt Springfeld übrigens doch schon seit er 15 Jahre alt ist mit sich herum. „Ich habe seitdem einen Knorpelschaden. Die Kniescheibe ist damals auch rausgesprungen. Aber da kann man nicht viel machen“, sagt er. An die Schmerzen habe er sich gewöhnt. „Das blendet man aus, wenn man den Sport so sehr liebt.“ (Maximilian Bülau)