Bitter für jeden Autofahrer: Diesel verteuert sich um fast 12 Cent – und das kurz vor der Urlaubssaison

Bittere Doppel-Last für Autofahrer: Tankrabatt weg, Iran-Krieg eskaliert – Sprit wieder über 2 Euro

Stand: 16.07.2026, 13:47 Uhr

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Benzin und Diesel steigen wieder auf mehr als zwei Euro. Grund sind die steigenden Ölpreise – der ADAC sieht ungerechtfertigte Kostensprünge.

München – Es war gleich doppelt bitter für Autofahrer. Zum 30. Juni ist der von der Bundesregierung eingesetzte Tankrabatt ausgelaufen. Eine Wiederaufnahme hatte die Regierung zunächst nicht geplant. Und dann haben die USA die Kämpfe mit dem Iran wieder aufgenommen. Die Folge: Weltweit zogen die Ölpreise wieder kräftig an. Zusammen mit dem Ende der Regierungsmaßnahme ist das Resultat verheerend: Die Preise für Benzin und Diesel liegt schon wieder jenseits der 2-Euro-Marke.

Tankstelle

Tanken wird schon wieder teurer. Und das ausgerechnet vor der Urlaubssaison. © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Spritpreise ziehen kräftig an – ADAC zeigt Preissprünge vor allem beim Diesel

Wie hoch die Kosten im Bundesdurchschnitt ausfallen, zeigt der ADAC. In einer Pressemitteilung heißt es, dass sich der Liter E10 in einer Woche im Schnitt um 5,9 Cent auf 2,089 Euro verteuert hat. Fast doppelt so stark war der Preissprung bei Diesel. Laut dem Automobilclub zog der Literpreis um 11,7 Cent auf 2.07 im Vergleich zur Vorwoche an.

Gleichzeitig greift eine Regel, die Autofahrer an der Zapfsäule eigentlich vor permanenten Preissprüngen schützen soll, nur bedingt. Die sogenannte 12-Uhr-Regel schreibt vor, dass Tankstellen nur einmal am Tag um 12 Uhr die Preise ändern dürfen. Damit wollte die Bundesregierung gegen die bis zu 22-mal am Tag stattfindenden Preisschwankungen vorgehen. Bei Verstoß drohen Geldstrafen von bis zu 100.000 Euro.

Viele Tankstellen scheinen aber lieber eine Strafe in Kauf zu nehmen, als auf die Preissprünge zu verzichten. Der SWR berichtete etwa davon, dass in Niedersachsen bei Verstößen lediglich eine Strafe von 55 Euro auferlegt werde. Zudem sei in manchen Bundesländern noch gar nicht geklärt, wer sich um die Missachtung der 12-Uhr-Regel kümmern soll. Etwa in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg würden deshalb noch gar keine Strafen erhoben.

Sprit wird in Urlaubssaison wieder teurer – ADAC verweist auf Iran-Krieg

Für die ganz legalen Preissprünge an der Zapfsäule macht der ADAC primär die im Zuge des eskalierenden Iran-Kriegs steigenden Ölpreise verantwortlich. Weil die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schiffshandelsrouten für Gas und Öl, weiter gesperrt bleibt, steigen die weltweiten Preise an.

„Aktuell notiert Brent-Öl bei rund 85 US-Dollar, in der Vorwoche waren es etwa 75 US-Dollar“, so der ADAC. Der stärkere Anstieg bei Diesel im Vergleich zu Benzin ergebe sich zudem aus den anfallenden Importkosten für den Treibstoff und dem generell unsichereren Preis. Der ADAC vermutet jedoch, dass die jüngsten Kostensteigerungen einige Cent zu hoch ausfallen würden. Ohnehin sei das Preisniveau für Benzin und Diesel zu hoch. „Die bevorstehende Reisewelle mag ebenfalls eine gewisse Rolle für zulegende Kraftstoffpreise spielen.“ Wer beim Tanken sparen will, soll laut ADAC kurz vor 12 Uhr tanken. Dann seien die Preise am niedrigsten. (Quellen: ADAC, SWR, Bundesregierung) (nhi)