Austria-Trainer Helm: „... dann sind wir richtig konkurrenzfähig“
Mit dem Hinspiel in der Conference-League-Qualifikation gegen den FK Liepaja in Lettland startet Trainer Stephan Helm am Donnerstag in seine bereits dritte Saison bei der Wiener Austria (17 Uhr/live auf Puls 4). Länger im Amt waren bei den Veilchen in diesem Jahrtausend nur Thorsten Fink und Karl Daxbacher. Vor dem Abflug stand der 43-Jährige dem KURIER Rede und Antwort.
Sie gehen in Ihre dritte Saison als Austria-Trainer. Hätten Sie das gedacht?
Stephan Helm: Es war natürlich gerade zu Beginn eine große Challenge für mich, das ist immer so, wenn du bei so einem großen Verein so eine verantwortungsvolle Position zugesprochen bekommst. Aber ich habe von Anfang an ein starkes Team um mich herum gehabt, eine super Mannschaft. Und es gab natürlich auch die notwendige Unterstützung innerhalb des Vereins. Nur so war es möglich, etwas aufzubauen. Wir haben von Anfang an einen klaren Plan gehabt – und im Rückblick ist uns das ganz gut gelungen und auch sichtbar, glaube ich. Jetzt freue ich mich auf die neue Saison, ich bin enthusiastisch wie nie zuvor.
Ist die Austria bereit für den Saisonstart?
Grundsätzlich ist die Vorbereitung sehr positiv verlaufen. Wir haben auf einer guten Basis aufbauen können, haben uns aus der letzten Saison aber trotzdem ein paar Punkte herausgenommen, an denen wir arbeiten wollten. Und das ist uns, denke ich, sehr gut gelungen.
Was für Punkte waren das?
Wir haben im letzten Jahr ganz klar zu viele Gegentore hinnehmen müssen. Und es gibt Spielphasen, in denen wir ein bisschen flexibler und unberechenbarer werden wollen. Daran haben wir geschraubt, und die Mannschaft zieht extrem gut mit.
Wenn man die Austria aus der letzten Saison vergleicht mit der Austria, wie Sie sie sich in der kommenden Saison vorstellen – auf was können sich die Fans freuen? Auf das eine oder andere neue Gesicht, das wir kennenlernen werden. Und dass der eine oder andere junge Spieler noch mehr in die Verantwortung rückt. Ich denke da an Sanel Saljic, Philipp Maybach oder Vasilije Markovic, die ja schon die ersten Schritte gemacht haben. Dahinter stehen hoffentlich schon die nächsten neuen Gesichter parat. Parallel dazu haben wir unsere Führungsachse mit Sahin-Radlinger, Dragovic, Fischer, Ranftl oder Eggestein, die dem ganzen Konstrukt Stabilität verleiht.
Welchen Eindruck machen die drei neuen Spieler?
Julian Hettwer hat eine sehr gute Geschwindigkeit, einen super Tiefgang und ist richtig klar im Abschluss. Das sind Dinge, die uns vielleicht ein bisschen gefehlt haben. Ibrahim Buhari ist ein sehr physischer Spieler, der aber auch ein sehr gutes Spielverständnis hat. Er kann der Mannschaft sicher eine gewisse Stabilität geben. Jonas Feddersen ist unser einziger Linksfuß in der Innenverteidigung. Er hat viel Potenzial und hat es in der Vorbereitung schon recht gut gemacht.

Trainer Helm & Kapitän Fischer
Gibt es Wünsche, was den Kader betrifft? Wird noch was passieren?
Wir haben aktuell eine gut funktionierende Mannschaft. Bei zwei, drei Spielern kann es sein, dass sie uns noch verlassen. Dementsprechend müssen und wollen wir vorbereitet sein, dass wir punktuell etwas machen können und nicht nur reagieren können.
Was sind die Ziele in dieser Saison?
Es macht zu diesem Zeitpunkt keinen Sinn, über eine genaue Platzierung zu reden. Aber natürlich ist unser Ziel, dass wir wieder in die Top 6 reinkommen. In den letzten zwei Jahren haben wir ja gesehen: Wenn wir einmal oben drinnen sind, dann sind wir auch richtig konkurrenzfähig.
Los geht’s in der Conference-League-Quali in Lettland. Was wissen Sie über den Gegner FK Liepaja?
Eine sehr gut organisierte Mannschaft, die vorne sehr gefährliche, physisch starke Konterstürmer hat. Das heißt, wir müssen aufpassen, dass wir unsere Angriffe gut fertig spielen, damit wir in der Restverteidigung gut aufgestellt sind. Wenn wir das gut hinkriegen, bin ich sehr optimistisch, dass wir die Spiele positiv bestreiten werden. Wir freuen uns sehr, dass es jetzt losgeht.
Schafft es die Austria in die Ligaphase?
Jedes internationale Spiel ist etwas Besonderes, natürlich wollen wir so weit wie möglich kommen. Wir müssen und wollen aber von Runde zu Runde schauen. Zunächst ist es jetzt einmal wichtig, dass wir die erste Hürde nehmen, und dann schauen wir weiter.
kurier.at, gut | 23.07.2026, 6:00