(+) Mit 55 alles anders: Ihre Pralinen gewinnen Preise
Vegan-Kolumne
Ausgezeichnete Pralinen aus dem Gemüse-Anbaugebiet
Die Hamburgerin Astrid Thal stellt in Handarbeit Konfekt her. Es gibt auch welche ohne Milch – einige bekamen Preise beim Schoko-Award.
Ihr Werdegang ist so ungewöhnlich wie ihr Verkaufsort: Viele Jahre arbeitete Astrid Thal in einer Anwaltskanzlei als Rechtswirtin. Mit 55 hatte sie keine Lust mehr auf Juristerei – und widmet sich seither der süßen Leidenschaft: Pralinen statt Paragrafen. Ihr mehrfach ausgezeichnetes Konfekt verkauft sie auf dem Langenhorner Wochenmarkt – neben dem Gemüsestand ihres Mannes.
„Im Privaten waren meine Pralinen immer sehr beliebt“, sagt Astrid Thal, die in Tatenberg in den Vier- und Marschlanden wohnt. Aber damit aus der Leidenschaft mehr wird und sie Pralinen auch verkaufen darf, musste sie in der Handwerksrolle eingetragen sein. Also legte Astrid Thal die Prüfung als Chocolatière ab und gründete Chocanya.
„Choc“ steht für hochwertige Kuvertüre, „Anya“ kommt aus dem Indischen – bedeutet „anders sein“, steht aber auch für „unerschöpflich“ und „Anmut“.
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Das Blätterkrokant der Hamburgerin wurde prämiert
Astrid Thal ist Einzelkämpferin, hat keinen Laden und kein Personal. Und trotzdem hat sie bis zu 25 Pralinensorten im Programm, produziert jede Woche fünf bis zehn davon. „Ich will die Qualität beibehalten“, sagt sie, „deswegen mache ich alles alleine.“ Bei ihr gibt es kein Palmöl, kein Rapsöl oder Aromen in den Pralinen. Das wird belohnt.
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Mehrere ihrer Pralinen wurden in den vergangenen Jahren beim German Chocolate Award prämiert – darunter auch vegane. „Ich will allen Menschen eine Freude machen“, sagt Astrid Thal, deswegen habe sie mit Haferdrinkpulver experimentiert, stellt sogar eine pflanzliche Variante einer Vollmilchschokolade her. Ihre Maracuja-Juzu-Karamell-Praline wurde in diesem Jahr mit Gold ausgezeichnet. Juzu ist eine Zitrusfrucht aus Ostasien. Kürbiskernnougat und Blätterkrokant bekamen den Silber-Award.
Ich liebe gute Schokolade ohne Kuhmilch. Die findet man nicht im Supermarkt, sondern in meist kleinen Manufakturen wie der von Astrid Thal. Hier schmeckt man die Liebe zum Produkt, die handwerkliche Produktion – 100 Gramm kosten knapp zehn Euro. Pflanzlich sind auch das Pekanuss-Nougat, Hanfnougat mit Matcha oder Haselnuss-Dattel. Großartig finde ich das Blätterkrokant aus Haselnüssen und Cashew.
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Astrid Thal gibt ihren Kunden eine vegane Praline gerne mal zum Probieren mit – sagt aber nicht, dass sie pflanzlich ist. „Wenn ich dann beim nächsten Besuch erzähle, dass die vegan war, sind die Kunden total überrascht.“
Alle zwei Wochen ist Astrid Thal auf dem Wochenmarkt – wenn es nicht wärmer als 25 Grad ist (nächster Termin: 1. August). Auch bei ihrem Kakao achtet sie auf die Herkunft. Er stammt von einer Familienplantage auf Madagaskar, „dort wird regenwaldschonend angebaut. Mir ist wichtig, dass der Kakaobauer ein faires Einkommen hat“, sagt Astrid Thal, „denn ich will kein schlechtes Gewissen haben.“