(+) Disney-Bomben stoppen Hamburgs Elbweg – und jetzt?
Hamburg
Aus der Traum: „Disney-Bomben“ stoppen Altonas spektakulären Höhenwanderweg
Statt der 15-Meter-Stelzen hat der Bezirk sich für eine andere Variante entschieden – aber auf den traumhaften Elbblick müssen Wanderer auch zehn Jahre nach dem Erdrutsch noch warten.
Es waren sensationelle Planungen: Der 2016 abgerutschte Panoramaweg am Elbhang in Rissen sollte neu erstehen – und zwar auf Stelzen! 15 Meter hoch! Inzwischen liegt der Erdrutsch fast zehn Jahre zurück und der Wanderweg ist immer noch gesperrt. Das Bezirksamt hat die Stelzenidee begraben, und dabei spielen auch „Disney-Bomben“ eine Rolle. Worauf Wanderer entlang der Ebe nun stattdessen hoffen können.
Die frohe Botschaft aus dem Bezirksamt Altona kam im Oktober 2023: Oberhalb der bisherigen Trasse werde eine 300 Meter lange Stegkonstruktion aus Stahl entstehen, die Baukosten in Höhe von rund fünf Millionen Euro übernehme die Umweltbehörde.
Die letzte Drucksache zum Wanderweg aus dem Frühjahr 2026 klingt deutlich ernüchtert: „Disney Bomben“ werden im Hang vermutet, heißt es dort, und diese Blindgänger könnten die Rammarbeiten für die Stelzen gefährlich machen. „Disney-Bomben“ nannten die Amerikaner eine Bunkerbrecherbombe im Zweiten Weltkrieg, in Anspielung auf einen Propagandafilm des Zeichentrick-Pioniers Walt Disney.
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Höhenwanderweg in Rissen: Stelzen sind passé
Außerdem würden im Hang – seit dem Erdrutsch ein ungestörtes, zugewuchertes Biotop – viele geschützte Arten leben. Dazu die rebellischen Anwohner, die die Planungen schon Jahre verzögert hatten mit ihren Klagen. Kurz: Die Millionen-Stelzen sind passé.
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„Daher sollen Möglichkeiten, den Höhenweg in der vorhandenen Trasse niedrigschwelliger und kostengünstiger herzurichten, untersucht werden“, hat die Bezirksversammlung bereits im Februar beschlossen. Heißt: Der abgerutschte Höhenweg soll in seinem alten Verlauf wiederhergestellt werden. Das kostet nur 1,7 Millionen Euro.
Höhenwanderweg vor zehn Jahren abgerutscht
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Zehn Jahre nach dem Erdrutsch könnten also bald wieder Wanderer den „Otto-Schokoll-Höhenweg“ (benannt nach einem früheren Abteilungsleiter im Altonaer Gartenbauamt) nutzen und den tollen Elbblick genießen. Wobei: „Bald“ ist ein dehnbarer Begriff, denn: Erstmal muss eine Spezialfirma den 450 Meter langen Hang neu sichern, denn die alten Befestigungssysteme aus den 80er Jahren sind ja 2016 mit abgerutscht. Der Statiker muss kommen, es müssen Drainagen gelegt und schließlich der ganze neue alte Weg mit einem Handlauf gesichert werden.
All diese Aufgaben werden derzeit, also Sommer 2026, ausgeschrieben, los geht es aber erst im nächsten Jahr, denn die Bauarbeiten sind „aus Witterungsgründen nur den Sommermonaten vorbehalten“. Die Wanderer auf dem Otto-Schokoll-Höhenweg landen also erst einmal weiter an dem massiven Absperrzaun.
Es waren sensationelle Planungen: Der 2016 abgerutschte Panoramaweg am Elbhang in Rissen sollte neu erstehen – und zwar auf Stelzen! 15 Meter hoch! Inzwischen liegt der Erdrutsch fast zehn Jahre zurück und der Wanderweg ist immer noch gesperrt. Das Bezirksamt hat die Stelzenidee begraben, und dabei spielen auch „Disney-Bomben“ eine Rolle. Worauf Wanderer entlang der Ebe nun stattdessen hoffen können.