Blitzdürre und sinkende Grundwasserspiegel – warum in Deutschland trotzdem sauberes Wasser aus dem Hahn fließt

Stand: 12.07.2026, 21:39 Uhr

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Ausgetrocknete Böden, sinkende Grundwasserspiegel, und trotzdem läuft glasklares Wasser aus dem Hahn. Was steckt dahinter? Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Frankfurt – Machen wir uns nichts vor: Unter unseren Füßen sieht es düster aus. Seit dem Herbst hat es viel zu wenig geregnet, der vergangene Winter brachte gerade einmal rund 70 Prozent der üblichen Niederschläge. Schon 2025 fehlten deutschlandweit fast ein Fünftel des normalen Regens. Jetzt kommt die Hitze obendrauf und presst mit brachialer Verdunstung das letzte Wasser aus den obersten Bodenschichten – Fachleute sprechen von einer regelrechten Blitzdürre.

Die Regensummen bis Dienstag (14. Juli).

Die Regensummen bis Dienstag (14. Juli) sind arg dürftig. Die Trockenheit verstärkt sich. © METEORED/www.daswetter.com

Auf den Karten des Dürremonitors leuchtet vor allem der Süden tiefrot: außergewöhnliche Dürre bis in fast zwei Meter Tiefe. Und weil die Grundwasserstände schon lange im Keller sind, sinken die Flusspegel gleich mit.

Außergewöhnliche Dürre in Deutschland: Aus dem Hahn kommt trotzdem bestes Wasser

Und jetzt die Entwarnung, die man selten so deutlich hört: Panik ist völlig fehl am Platz. Rund 70 Prozent unseres Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser, und die Qualität ist hierzulande weiterhin exzellent – nahezu alle Proben halten die strengen Grenzwerte locker ein.

Unsere Wasserversorgung ist genau für solche Schwankungen gebaut, sie hat schon ganz andere Dürresommer weggesteckt. Wer bei uns den Hahn aufdreht, bekommt sauberes, sicheres Wasser. Punkt. Ein flächendeckendes Trinkwasser-Aus, wie man es aus Südeuropa kennt, ist bei uns schlicht kein realistisches Szenario.

Was die Behörden wirklich planen

Trotzdem wäre es fahrlässig, die Hände in den Schoß zu legen. Die neue Nationale Wasserstrategie macht klar: Wasser ist keine Selbstverständlichkeit mehr, sondern wird zur gesteuerten Ressource. Im Ernstfall regelt schon heute das Gesetz die Rangfolge – und ganz oben steht immer die Versorgung der Bürger.

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Gleichzeitig tüfteln die Fachleute an Leitlinien für den Verteilungskampf zwischen Landwirtschaft, Industrie und Haushalten, denn genau da wird es künftig knirschen. Ein Ärgernis bleibt: Eine einheitliche, bundesweite Erfassung der Grundwasserstände fehlt bis heute. Wir sehen die Krise also kommen – tun uns aber schwer, sie überhaupt sauber zu messen.