Argentinien droht FIFA-Strafe – Milei verteidigt umstrittene Spieler-Aktion

Stand: 17.07.2026, 13:43 Uhr

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Milei verteidigt Argentiniens Falkland-Banner – London fordert die FIFA zum Handeln auf.

Argentinien weist nach dem WM-Sieg gegen England die Kritik am Falkland-Banner seiner Spieler zurück. Präsident Javier Milei nimmt das Team in Schutz und erklärt, eine mögliche FIFA-Geldstrafe sei kein Grund, von Argentiniens Anspruch auf die Inselgruppe abzurücken. Die britische Regierung unterstützt dagegen eine Untersuchung des Weltverbands.

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Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsinfive.de.

Mehrere argentinische Spieler hatten nach dem Halbfinale ein Banner mit der Aufschrift „Die Malwinen sind argentinisch“ gezeigt – gemeint sind die Falkland-Inseln. Zuvor hatte die Mannschaft einen Rückstand gegen England gedreht und war ins WM-Finale gegen Spanien eingezogen. Die Regierung in London sieht in der Aktion einen möglichen Verstoß gegen die FIFA-Regeln zu politischen Botschaften, wie die britische Zeitung The Express berichtet.

Argentinien droht FIFA-Strafe – Milei verteidigt umstrittene Spieler-Aktion

Milei verteidigt Argentiniens Falkland-Banner – London fordert die FIFA zum Handeln auf. © © IMAGO / MB Media Solutions

Milei verteidigte die Spieler. Ihre Emotionen seien mit ihnen durchgegangen, sagte der argentinische Präsident laut The Express. Es sei „vollkommen berechtigt und legitim“, dass sie ihre Haltung ausdrückten. Die Vorgänge auf dem Spielfeld seien außerdem kein Teil der Diplomatie.

Milei nimmt mögliche FIFA-Strafe in Kauf

Im schlimmsten Fall müsse Argentinien nach Mileis Darstellung mit einer FIFA-Geldstrafe rechnen. Die Spieler hätten kein Problem damit, eine solche Sanktion zu bezahlen. Zugleich bekräftigte er den argentinischen Anspruch auf die Inseln. Sein Land werde versuchen, sie mit diplomatischen Mitteln zurückzugewinnen.

Auf „X“ schrieb er, Argentinien komme einer Rückgewinnung der Malwinen, Südgeorgiens und der Südlichen Sandwichinseln auf diplomatischem Weg jeden Tag näher. Dies gelte auch für die umliegenden Seegebiete.

Die Inselgruppe der Falklands im Südatlantik wird von Großbritannien verwaltet, von Argentinien jedoch als eigenes Staatsgebiet beansprucht. Dort löste das Banner scharfe Kritik aus. Jack Ford, Mitglied der gesetzgebenden Versammlung der Falklandinseln, bezeichnete die Aktion nach Angaben von The Express als „eindeutige politische Stellungnahme zur Souveränität“ der Inseln.

Ford verwies zudem auf Aufnahmen aus der Kabine nach dem Spiel Argentiniens gegen Ägypten. Darin habe die Mannschaft Gesänge über die Falklandinseln angestimmt. Solche Vorfälle habe es bereits früher gegeben. Die Regierung der Inseln forderte die FIFA schriftlich auf, ein Verfahren gegen den argentinischen Fußballverband einzuleiten.

Starmer stellt sich hinter FIFA-Untersuchung

Auch der britische Premierminister Keir Starmer unterstützt eine Prüfung durch die FIFA, wie die britische Tageszeitung The Guardian berichtet. Sein Sprecher erklärte, der WM-Titel gehöre zwar nicht England, „aber die Falklandinseln gehören definitiv zu uns“. Großbritannien halte am Selbstbestimmungsrecht der Inselbewohner fest und werde sein Engagement für das Gebiet nicht aufgeben.

Über mögliche Sanktionen müsse die FIFA entscheiden. Die britische Regierung habe während des Turniers stets gefordert, Politik aus dem Fußball herauszuhalten. Für das Finale zwischen Argentinien und Spanien wünsche Starmer beiden Mannschaften Erfolg – „besonders Spanien“, sagte sein Sprecher laut The Guardian.

Die Regierung der Falklandinseln verweist auf ein Referendum von 2013. Damals stimmten 99,8 Prozent der Teilnehmer für den Verbleib als britisches Überseegebiet. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 92 Prozent. In einer nicht repräsentativen Online-Abstimmung von The Express sprachen sich zudem 90 Prozent der teilnehmenden Leser dafür aus, Argentinien wegen der Banner-Aktion von der WM auszuschließen. (Quellen: The Express, The Guardian, eigene Recherche.)