AMD Instinct MI455X vorgestellt: Mit 320 Mrd. Transistoren, CDNA5 & HBM4 gegen Nvidia Rubin

AMD Instinct MI455X ist das 320 Milliarden Transistoren große Flaggschiff, welches N2-gefertigte XCDs mit N3P-FCDs/MIDs und HBM4 kombiniert. Dazu gibt die CDNA5-Architektur Überraschungen preis, wie unter anderem den Verzicht auf Infinity Cache. Das Komplettpaket wird deutlich stärker als sein Vorgänger und bietet Nvidia Paroli.

Gestapelte Neuheiten

AMDs neuer Beschleuniger Instinct MI455X feiert bei AMD Advancing AI 2026 Premiere und ist einmal mehr eine technisch sehr interessante GPU. Denn hier wird das Stapeln übereinander und auch noch nebeneinander auf das nächste Level gehoben – CoWoS-L von TSMC sei Dank. Acht XCDs, zwei FCDs, zwei IODs und dazu noch zwölf HBM4-Stacks sitzen auf dem Package. Doch was ist das eigentlich alles?

AMD Instinct MI455X im Detail
AMD Instinct MI455X im Detail

Damit die verschiedenen Bauteile auch alle zusammenarbeiten, werden TSMCs-Packaging-Verfahren genutzt. Das bekannte SoIC-Stacking stapelt die XCD auf die FCDs, denn sie brauchen mittels TSVs den Kontakt zum Cache und zum Fabric. Der zusammengesetzte Stapel sitzt dann auf einem Interposer, der IOD und HBM werden nun via TSMCs CoWoS-L mit dem Rest verbunden. CoWoS-L nimmt dabei den Platz von CoWoS-S ein, es erlaubt eine deutlich höhere Skalierung und letztlich so auch mehr Leistung.

AMD Instinct MI455X im Detail
AMD Instinct MI455X im Detail

Tschüss Infinity Cache

Im Detail wird klarer, dass MI455X auf massive Bandbreite und damit auch Leistung hin ausgelegt wurde. Deshalb musste auch Infinity Cache für regulären und sehr flotten L2-Cache weichen. Infinity Cache macht in seinem Bereich zwar einen sehr guten Job, aber mit dem nun geteilten L2-Cache von 96 MB für jeweils vier XCDs wird die Bandbreite bereits um 50 Prozent erhöht, da für acht XCDS so aber 192 MB verbunden über Infinity Fabric zur Verfügung stehen, verdreifacht sich die Bandbreite letztlich sogar. Hier hatte Infinity Cache, wie noch in der Serie MI355X genutzt, letztlich keine Chance mehr, denn die Bandbreite wird auch gebraucht, um den Bogen zum viel schnelleren HBM4 zu schlagen und hier keinen Flaschenhals zu schaffen.

AMD Instinct MI455X im Detail
AMD Instinct MI455X im Detail (Bild: AMD)

Die Work Group Processors (WGPs) ersetzen dabei 1:1 die CUs aus MI355X, können nun aber mit vier 32-Thread SIMDs und diversen weiteren Anpassungen deutlich mehr. Pro XCD sind zwei Shader Engines (SEs) aktiv, je eine für 16 WGPs. In jeder Shader Engine sind eigentlich 17 WGPs zu finden, diese sind aber nicht aktiv – in modernster N2-Fertigung, die bisher noch kein anderes Unternehmen nutzt, wollte AMD nichts riskieren und opfert die 17. letztlich für eine bessere Ausbeute (Yield) bei der Fertigung. Aktiv sind insgesamt so am Ende 256 WGPs.

AMD Instinct MI455X im Detail
AMD Instinct MI455X im Detail

Weitere Details zu CDNA 5 und der Architektur gibt es in Kürze in einem separaten Bericht auf ComputerBase.

Herstellerbenchmarks zeigen „echte“ Leistung

Den Fokus bei der Leistung von Instinct schiebt AMD primär direkt in Richtung Helios und will dabei mit echter Leistung punkten, nicht nur theoretischen Peak-Werten, die in Tests nie erreicht werden. Bei Helios werden die Karten zuerst eingebaut und genutzt, in Produktion sind die Systeme bereits. Vor allem gegenüber dem Vorgänger ist es mitunter ein großer Schritt, aber auch gegenüber Nvidia Vera Rubin NVL72, wie die Rackscale-Lösung bei Nvidia heißt, sieht sich AMD sehr gut aufgestellt.

  1. AMD Instinct MI455X im Benchmark

    AMD Instinct MI455X im Benchmark (Bild: AMD)

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Roadmap bis MI600 im Jahr 2028

Natürlich wird auch der Ausblick im Rahmen der Veranstaltung verkauft. Jedes Jahr wird es eine neue Lösung geben, MI500 folglich im Jahr 2027 und MI600 im Jahre 2028. Der grobe Fahrplan war bereits bekannt und wird heute erneut bestätigt.

AMD Instinct Roadmap
AMD Instinct Roadmap (Bild: AMD)

ComputerBase wurde von AMD zum AMD Advancing AI 2026 eingeladen und hat Material vorab unter NDA erhalten. Das Unternehmen übernahm dabei die Kosten für die Flüge in der Economy Class, Hotel-Übernachtungen und Verpflegung. Eine Einflussnahme des Herstellers auf die Berichterstattung fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.