A45-Brücke: Autobahn-Brücke erst im zweiten Anlauf komplett gesprengt
Quelle: dpa Nordrhein-Westfalen
Aktualisiert am 19. Juli 2026, 17:07 Uhr
Eine Talbrücke im Sauerland ist erst nach einer zweiten Sprengung komplett in sich zusammengekracht. Bei der ersten Sprengung der Talbrücke Ottfingen an der Autobahn 45 am Sonntagvormittag blieben vier der zwölf Stützen und ein Teil der Platte stehen. Das war anders geplant gewesen.
Daraufhin musste der Sprengmeister Stefan Gräßle nachrüsten und weitere Bohrlöcher setzen und diese mit Sprengstoff befüllen. Sechs Stunden später zündete er ein weiteres Mal. Mit dem zweiten Knall habe es geklappt, meldete die Autobahn GmbH am frühen Nachmittag. «Jetzt liegt das komplette Teilbauwerk genau dort, wo es liegen soll», sagte Gräßle. Die Brücke war 235 Meter lang, ihre Bauteile stürzten in etwa 30 Meter Tiefe. Schaulustige konnten das Spektakel nur aus weiter Ferne verfolgen.
Statiker müssen das noch stehende Teilbauwerk prüfen
Die Rede ist von Teilbauwerk, da direkt neben der Brücke eine weitere Brücke steht – die bleibt stehen, über sie verläuft der Verkehr nun über jeweils zwei Spuren pro Richtung. Am Sonntag war der Verkehr zwischen den Anschlussstellen Olpe-Süd und Freudenberg in beide Richtungen gesperrt, dies blieb auch nach der zweiten Sprengung vorerst so.
Nachdem Statiker das noch stehende Teilbauwerk auf seine Stabilität geprüft hatten, wurde der Verkehr auf der A45 am Nachmittag und damit gut zehn Stunden nach Beginn der Sperrung wieder freigegeben.
Die Talbrücke Ottfingen war in die Jahre gekommen. Mit der Sprengung wurde Platz geschaffen für einen Neubau. Wer am Sonntag in die Sommerferien startete und ausgerechnet über diesen Autobahnabschnitt fahren wollte, war also wohl länger unterwegs als normalerweise. Die Autobahn liegt auf der wichtigen Nord-Süd-Achse vom Ruhrgebiet ins Rhein-Main-Gebiet.
Dauerbaustelle Sauerland-Talbrücken
Durch gestiegene Verkehrsbelastung und schwerere Lkw sind etliche Brücken der sogenannten Sauerlandlinie von Dortmund nach Frankfurt so stark belastet, dass sie dringend ersetzt werden müssen. Die Talbrücke Ottfingen stammt aus dem Jahr 1971 - und gehört damit zu den insgesamt 60 Großbrücken, die auf der Strecke schrittweise erneuert werden müssen.
Zwölf sind inzwischen neu gebaut. Zwölf weitere befinden sich im Bau, darunter auch die Talbrücke Rahmede, die Ende 2021 wegen Einsturzgefahr gesperrt und später komplett gesprengt wurde. Seit 2025 fließt der Verkehr bei Lüdenscheid wieder über die erste Brückenhälfte.
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