50 Jahre in derselben Tanzschule: Detlef Berntzen steht mit 65 noch immer auf dem Parkett

Stand: 25.07.2026, 17:00 Uhr

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Ein Hammer besucht seit fast fünf Jahrzehnten dieselbe Tanzschule. In dieser Zeit hat er sich auch mit der Geschichte des Tanzens in seiner Heimatstadt beschäftigt.

Hamm – Mit 16 Jahren schickte ihn seine Mutter in die Tanzschule. „Du musst tanzen lernen“, sagte sie damals. Was für viele Jugendliche in den 1970er-Jahren selbstverständlich war, wurde für Detlef Berntzen zu einer lebenslangen Leidenschaft. 50 Jahre später steht der heute 65-Jährige noch immer mehrmals pro Woche auf der Tanzfläche – und hat sich zugleich intensiv mit der Geschichte des Tanzens in seiner Heimatstadt Hamm beschäftigt.

Tanzleidenschaft über Jahrzehnte: Detlef Berntzen und sein Buch.

Tanzleidenschaft über Jahrzehnte: Detlef Berntzen und sein Buch. © Jasmin Okon

„Das Tanzen macht mir heute noch viel Freude“, sagt Berntzen. „Nach jeder Tanzstunde nehme ich den Spaß mit nach Hause.“ Seine Tanzschuhe kommen deshalb regelmäßig zum Einsatz – und das längst nicht nur beim klassischen Paartanz. Gemeinsam mit seiner Frau besucht er auch Zumba-Kurse. Kennengelernt haben sich die beiden einst in der ehemaligen Diskothek „Royal“ in Heessen, die ihrem Bruder gehörte. Die Bewegung zur Musik gehört für sie bis heute fest zum Alltag.

Seit 50 Jahren auf dem Parkett: Detlef Berntzen über die Geschichte des Tanzes in Hamm

„Ich glaube, Tanzen ist ein wichtiges Kulturelement – nicht nur hier bei uns, sondern weltweit.“ Diese Überzeugung verbindet Berntzen mit seiner zweiten großen Leidenschaft: der Lokalgeschichte. Der gebürtige Hammer engagiert sich unter anderem als ehrenamtliches Gründungsmitglied des Vereins HammWiki und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte seiner Heimatstadt. Dabei stieß er auf ein Thema, das bislang kaum aufgearbeitet worden war: die Geschichte des Tanzens in Hamm.

Denn Tanz prägt das gesellschaftliche Leben bereits seit Jahrhunderten. Im heutigen Gymnasium Hammonense, das einst den Rang einer Universität besaß, gehörten Fechten, Reiten und Tanzunterricht zur Ausbildung junger Männer. Wer sich später in höfischen Kreisen bewegen wollte, musste nicht nur gute Manieren haben, sondern auch sicher über das Parkett gleiten können.

Detlef Berntzen (4. von links) bei einem Schlussball bei Pape-Eicker/Schmidt, ca. 1976/77.

Detlef Berntzen (4. von links) bei einem Schlussball bei Pape-Eicker/Schmidt, ca. 1976/77. © Detlef Berntzen

Doch, wie Berntzen erklärt, „befindet sich die Tanzkultur seit jeher im Wandel“. Aus höfischen Tänzen entwickelten sich Angebote für das Bürgertum, später entstanden Tanzschulen, die für viele Generationen zu festen Treffpunkten wurden.

Auch Berntzen selbst verbindet mit seiner Tanzschule zahlreiche Erinnerungen. Seit fast fünf Jahrzehnten hält er der Tanzschule Pape-Eicker/Schmidt die Treue. Dort entstanden Freundschaften, gemeinsame Auftritte bei Bällen und eine Gemeinschaft, die bis heute besteht. Dass die traditionsreiche Tanzschule in diesem Jahr ihr 150-jähriges Bestehen feiert, fällt zudem mit dem 800-jährigen Stadtjubiläum Hamms zusammen – ein Hinweis darauf, welche lange Tradition das Tanzen in der Stadt besitzt.

Seine eigene Tanzgeschichte möchte Berntzen noch lange fortschreiben. In seiner Tanzschule stehen manche Paare auch mit weit über 80 Jahren noch auf dem Parkett. Und wenn es nach ihm geht, wird auch er noch viele Jahre das tun, was ihm seine Mutter einst nahelegte: tanzen.