2500 Pilger bei Pferdewallfahrt in Etzelsbach – 158 Tiere gesegnet
Stand: 15.07.2026, 06:28 Uhr
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Am Festtag Maria Heimsuchung kamen knapp 2500 Pilger zur Marienwallfahrtsstätte nach Etzelsbach. Der Bischof von Görlitz segnete 158 Pferde mit Weihwasser.
Etzelsbach – Am Festtag „Maria Heimsuchung“ kamen am Sonntag. 12. Juli, knapp 2500 Pilger zur Marienwallfahrtsstätte nach Etzelsbach zur Pferdewallfahrt. Dabei wurden 158 Pferde und ihre Halter gesegnet.
In diesem Jahr hatte das Organisationsteam den Bischof von Görlitz, Wolfgang Ipolt, als Gastprediger eingeladen. Der Geistliche feierte gemeinsam mit sieben weiteren Geistlichen das Festhochamt bei strahlendem Sonnenschein unter den Linden vor der Wallfahrtskirche.
Begegnung zwischen Maria und Elisabeth
In seiner Predigt nahm Ipolt die Begegnung zwischen Maria und Elisabeth um die es beim Fest Maria Heimsuchung geht, zum Anlass, über „wirkliche Begegnungen“ zu sprechen. Eine Wallfahrt sei solch eine wirkliche Begegnung.

„Begegnungen und Kontakte zwischen Menschen finden heute vielfach anders statt als zwischen Maria, der Mutter Jesu und ihrer Base Elisabeth“, so Ipolt. Heutzutage begegne man sich vielfach „im Netz“ oder anders gesagt „in der digitalen Welt“. Fast jeder Mensch schreibe Kurznachrichten, verschicke WhatsApps und Fotos. „In Windeseile sind wir über große Entfernungen plötzlich mit jemanden verbunden und können mediale Brücken bauen“, so Bischof.
Sehnsucht nach Treffen in der Realität
Mit der modernen Technik seien Begegnungen und Gespräche möglich, die jeder dankbar annehme. „Und dennoch bleibt in uns die Sehnsucht, sich wirklich zu treffen, wirklich, und nicht nur digital. Es gibt die Sehnsucht danach, einen anderen Menschen in die Arme zu nehmen, ihn in die Augen zu schauen und seine Nähe über einen längeren Zeitraum zu teilen“, sagte der Geistliche.
Die heutige Technik ermögliche einen Dauerkontakt mit anderen Menschen und mit Ereignissen auf der ganzen Welt. Die Flut von Informationen sei für einen normalen Erdenbürger kaum noch zu bewältigen, und doch sei der Mensch oft davon wie von einer Sucht ergriffen.
Es vergehe kaum ein Moment, an dem die Leute nicht mit ihrem Handy zu tun hätten, ob in der Straßenbahn, im Bus, im Restaurant oder sogar beim Überqueren der Straße, gab Ipolt zu bedenken. Was die Menschen bräuchten, seien Zeiten der Stille und des Abschaltens. Und es brauche Zeiten „in denen wir das alles verdauen können“, zeigte sich der Görlitzer Bischof überzeugt.

Eine echte, für einen Christen lebensnotwendige Begegnung, sei die Begegnung mit Gott im Gebet, wandte sich der Geistliche an die Pilger. Eine Wallfahrt habe einen relativ geringen „Unterhaltungswert“, aber sie sei Ausdruck und Bestärkung der Gottesbeziehung.
Eine Wallfahrt sei eine Zeitinvestition, mit der Christen bezeugten, was ihnen wichtig sei und was ihr Leben reicher mache. „Und es ist auch nicht altmodisch morgens und abends zu beten und das Herz zu Gott zu erheben“, schloss Ipolt seine Predigt.
Zum Schluss der Wallfahrt zogen mehr als 150 Pferde mit ihren Besitzern, Haltern und Pflegern um die Wallfahrtskirche. Ipolt segnete die Tiere mit Weihwasser. Wie es seit mehr als 350 Jahren Brauch in Etzelsbach ist, erbitten die Pferdebesitzer die Fürsprache der Gottesmutter und den Segen für das Wohl ihrer Huftiere.
Weitere Informationen gibt es unter wallfahrten-eichsfeld.de im Internet.