1277 Musiker auf einer Bühne: Drei aus dem Kreisteil Melsungen spielten mit
Stand: 25.07.2026, 17:00 Uhr
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Stefan Noll, Marcus Werner und Philip Wenzel standen beim Grand Jam im Frankfurter Deutsche Bank Park auf der Bühne. Die größte Band der Welt spielte unter anderem „Music" von John Miles und „Wind of Change" – live zugeschaltet war ein Musiker aus einem Bunker in der Ukraine.
Genau eine Woche ist es jetzt her, dass der Kreisteil Melsungen gleich mehrere neue Weltrekordhalter dazugewonnen hat. Der Grund dafür: „The Grand Jam“. Ein Konzert, bei dem 1277 Musiker auf der Bühne im Frankfurter Deutsche Bank Park standen.
Mit dabei waren auch Stefan Noll aus Melsungen sowie Marcus Werner und Philip Wenzel aus Körle. „Ich habe es mir schon toll vorgestellt, aber das hat alles getoppt“, lässt Noll, der zum ersten Mal bei dem Projekt dabei war, das Erlebnis Revue passieren. Nach wochenlangem Üben ging es los nach Frankfurt, die Gitarre und den Verstärker im Gepäck. Nach einem Tag des Ankommens samt Willkommensparty am Donnerstag vergangener Woche stand der Freitag ganz im Zeichen der gemeinsamen Probe. Samstag stand dann noch eine finale Probe an, bevor es abends ernst wurde für die – offiziell bestätigte – größte Band der Welt.

Der Rekord in Zahlen
14.000 Zuschauer waren live dabei
1277 Musiker standen auf der Bühne des Frankfurter Deutsche Bank Parks. Darunter:
600 Sängerinnen und Sänger
230 Bassisten und Gitarristen
200 Bläser
166 Schlagzeuger, außerdem Keyboarder und Streicher
20 Songs wurden gespielt
„Die Zeit ging schnell rum, es waren sehr intensive und emotionale Tage“, sagt auch Philip Wenzel. Der Körler war ebenfalls zum ersten Mal dabei, er reiste mit seinem Saxophon an. Mit dabei war auch Marcus Werner, der gemeinsam mit Wenzel beim Körler „Ahlen Blech“ spielt. Der Posaunist war bereits zum dritten Mal Teilnehmer beim Grand Jam. Das tut den großen Emotionen aber keinen Abbruch: „Auch beim dritten Mal gibt es noch ganz viele Gänsehautmomente.“ Für Philip Wenzel war einer dieser ganz besonderen Momente beispielsweise die erste gemeinsame Probe mit allen Musikern. Dabei habe er das erste Mal gespürt, was es bedeutet, mit über 1000 Menschen gemeinsam zu musizieren. „Wir waren wie eine große Familie auf der Bühne“, sagt auch Stefan Noll. Der Melsunger, der auch in der Kapelle Bonaparte spielt, erinnert sich auch gern an eine ganz besondere Live-Schalte zurück: Auf der einen Seite die über 1000 Musiker auf der Bühne in Frankfurt, auf der anderen Seite nur ein einziger Musiker. Alex Mazitov saß mit seiner Gitarre in einem Bunker in der Ukraine. Dank der digitalen Übertragung konnte trotz der großen Entfernung zusammen musiziert werden. Das Lied der Wahl? Wind of Change.

Weltrekord war eine Überraschung
Die zweite Überraschung des Abends folgte dann in Form eines Videoclips, der Musikern und Zuschauern auf den Stadionleinwänden gezeigt wurde und klar machte: Heute Abend haben wir unseren Rekord aus dem Vorjahr gebrochen. Dass der erneute Rekord tatsächlich gelungen war, wussten bis dahin nur die Veranstalter selbst. „Es sollte eine Überraschung sein“, gab es dann die Erklärung für die Musiker über ihre Kopfhörer. „Und die ist gelungen“, findet Philip Wenzel.
Was den musikalischen Höhepunkt angeht, sind sich die drei Weltrekordhalter aus dem Kreisteil Melsungen einig: „Music“ von John Miles. Der Welthit sei beeindruckend für die vielen verschiedenen Instrumente arrangiert worden und habe für reichlich Gänsehaut bei Musikern und Publikum gesorgt. Einen weiteren Höhepunkt in der Liederauswahl gab es für Philip Wenzel aber auch noch: „Let it go“ aus dem Disney-Film Die Eiskönigin ist das Lieblingslied seines jüngsten Sohns und wurde deshalb schon bei den heimischen Proben zum Publikumsliebling.

Aber auch ansonsten folgt in der Songauswahl ein Hit auf den anderen. Von den Backstreet Boys über Abba, Queen, BTS und Linkin Park bis zu den Toten Hosen waren weltweit erfolgreiche Interpreten auf der Setliste vertreten. Und natürlich auch der Song, der bei einer Grand-Jam-Veranstaltung nie fehlen darf: „Don’t stop believin’“ von Journey. „Das ist quasi die Hymne des Grand Jam“, erklärt Marcus Werner. Doch schon lange vor dem großen Abend, fieberten die Musiker ihrem Auftritt entgegen. Acht Wochen intensive Vorbereitungszeit waren es für die beiden Körler Musiker, die sogar ihre Familienurlaube so legten, dass sie in Frankfurt dabei sein konnten. In dieser Zeit wurde fast täglich geprobt, denn selbst für die erfahrenen Musiker waren einige Stücke durchaus anspruchsvoll. Das bestätigt Stefan Noll, der in der Zeit vor dem Konzert seine Proben in die heimische Küche verlegte.
Einig sind sich die drei frisch gebackenen Weltrekordhalter in einer Sache: Beim nächsten Grand Jam in Frankfurt wollen sie wieder dabei sein. Den Termin am 14. August kommenden Jahres haben sich die Musiker bereits im Kalender markiert.